Freitag, 4. November 2016

Es war einmal Aleppo - Jennifer Benkau



Nach einer langen, bösen Leseflaute war dies das erste Buch, das ich wieder zur Hand genommen habe und ich bin froh, diese beeindruckende Geschichte nicht verpasst zu haben.



Es war einmal Aleppo - Jennifer Benkau







Zur Zeit leider nur als Ebook erhältlich:
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1263 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 349 Seiten
Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B01M71ZC5U
Preis: 3,99€






Kurzbeschreibung:

Es ist wie ein Schlag ins Gesicht. Antonia kommt mit ihrer Familie aus dem Urlaub, und plötzlich leben mehrere hundert Flüchtlinge nebenan.
Klar – irgendwo müssen sie unterkommen. Aber ausgerechnet hier?

Doch dann trifft Toni auf Shirvan. Und mit jeder skeptischen Frage, die sie ihm stellt, wird die Sache verzwickter.



Meine Meinung:
Ein erschreckend ehrlicher Einblick ins Flüchtlingsgeschehen

Es war einmal Aleppo … 
… der Beginn eines Märchens? 
Schön wäre, wenn es für die, die fliehen müssen …
… ein echtes märchenhaftes Ende geben würde.


Ein Buch, das nicht nur Jugendliche zum Nachdenken anregen wird und mit Sicherheit viele, wenn auch nicht alle, Fragen beantworten und Unsicherheiten beseitigen wird.
Auch wenn Jennifer Benkau sich hier fiktiver Charaktere bedient, so sind die Ereignisse, Erlebnisse und Umstände, die berichtet werden, alles andere als fiktiv. So, oder ähnlich wird es unendlich vielen Menschen ergangen sein und wahrscheinlich ändert sich das leider auch nicht so schnell.
In einfacher, gut verständlicher Sprache erfährt der Leser eine Menge über die 16 jährige Antonia (Toni) und ihre Familie. Wie sie nach der Heimkehr aus dem Urlaub mit einer Flüchtlingsunterkunft auf der anderen Straßenseite ihres Hauses überrumpelt werden, welche Gedanken jeder hegt, wie man gedenkt damit umzugehen. 
Im weiteren Verlauf erfährt man dann aber auch die Gründe, die bei den Bewohnern des Flüchtlingscamps zur unausweichlichen Flucht führten, die Widrigkeiten auf dem langen Weg, und das Ankommen im vermeintlichen Land des Friedens. All das wurde sensibel in die Geschichte eingebettet und doch musste ich mehrmals tief durchatmen, obwohl mir das meiste durchaus bekannt war.  Auf reißerische Gewaltszenen wurde verzichtet aber der Ernst der Lage kommt dennoch ausreichend und überzeugend zur Geltung. 
Sehr gut hat mir gefallen, dass hier auch aufgezeigt wurde, wie unterschiedlich die Meinungen und Wahrnehmungen allein in einer Familie schon sein können. Und, dass Toni sich trotz ihrer anfänglichen Unsicherheiten nicht davon abbringen lässt, wieder und wieder Überzeugungsarbeit zu leisten … bis hin zu „Empathie geht durch den Magen“ (Am Ende des Buches findet man Rezepte zu einem köstlichen Menü aus der Syrischen Küche)
Die Autorin thematisiert eine wachsende Freundschaft zwischen Toni und dem 18 jährigen Syrer Shirvan, die man  peu à peu auch als zarte Liebesbeziehung deuten könnte, präsentiert dem Leser aber alles andere, als eine Friede-Freude-Eierkuchen-Geschichte. Sie beschäftigt sich nämlich auch gebührend mit Ängsten, Vorurteilen und Missverständnissen, die sicherlich jedem bekannt vorkommen. Aber auch hierbei wird nicht vorschnell in die „Gut“ oder „Böse“ Schublade sortiert.

Fazit:
Eine fesselnde, sensibel ausgearbeitete Geschichte über „Flüchtlinge“, „Ankömmlinge“, „Freunde“, die nicht nur aus Worten besteht. Ein Stückchen Realität, das in diesen Zeiten jeder gelesen haben sollte.


Bewertung



1 Kommentar:

  1. Hallihallo :)

    Ich habe deinen Blog gerade erste entdeckt und bleibe sehr gerne als neue Leserin! Und dank deiner tollen Rezension hab ich auch gleich ein neues Buch für meine Wunschliste entdeckt ♥

    Liebe Grüße,
    Lisa von Prettytigers Bücherregal

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