Mittwoch, 4. März 2015

Marienkäfertage - Uticha Marmon



Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Magellan (20. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734850053
ISBN-13: 978-3734850059
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
Preis: 14,95 €

LESEPROBE

Kurzbeschreibung (Verlag):
Endlose helle Tage, Sonnenlicht, das flirrend durch Baumkronen fällt, kaltes Seewasser und frische Zimtbrötchen – so war ihr Sommer, jedes Jahr. Jetzt sind das alles nur noch Erinnerungen an eine Zeit, als sie Elin und noch nicht Lykke war. Doch was heißt das überhaupt – Lykke sein? Und wie passt dieser fremde Junge in ihr neues Leben, Rasmus, der ihr Angst macht, den sie aber auch ein kleines bisschen mag? Während sie sich vorsichtig an ihre neuen Gewissheiten herantastet, erkennt sie eines: Das Glück ist vielleicht ein scheuer Gast, aber es liegt an uns, ob wir ihm die Tür öffnen.

Meine Meinung:
Vorausschicken muss ich, dass ich den Klappentext vor Lesebeginn nicht kannte und vollkommen Ahnungslos an dieses Buch herangegangen bin. Eine reine Coverentscheidung also. Aber im Nachhinein habe ich festgestellt, dass der Klappentext endlich mal einer ist, der nicht spoilert und den man sich gefahrlos vor Lesebeginn anschauen kann. Eine echte Seltenheit.

Den Schreibstil von Uticha Marmon fand ich zu Beginn recht speziell und nicht ganz so einfach zu lesen (jedenfalls brauchte ich dafür Ruhe und möglichst keine Ablenkung). Ab dem Zeitpunk jedoch (so um Seite 45) an dem ich begriffen hatte, was Elin so bewegte und angetrieben hat, war der anfänglich verwirrenden Schreibstil plötzlich total passend und plausibel. Gedankenfetzen, Erinnerungen, Gefühle und inneres Chaos nehmen nun mal keine Rücksicht auf den Leser, sondern müssen raus - egal wann, wie und in welcher Reihenfolge. Das hat mir sehr imponiert.
Auch im weiteren Verlauf gibt es immer wieder Stellen, an denen Elin unverhofft aus der Gegenwart in die Vergangenheit abdriftet.

Marienkäfertage ist ein Buch, dem man wirklich seine ungeteilte Aufmerksamkeit  widmen sollte, damit sich die vielen Dinge zwischen den Zeilen entfalten können und man nichts überliest. 

Uticha Marmon beschreibt mit vielen leisen und einfühlsamen Tönen was in diesem jungen Menschen vorgeht, aber sie schreckt auch nicht davor zurück Elin teilweise laut und egoistisch wirken zu lassen, was sie kurzzeitig einige Sympathiepunkte kosten kann. Aber das Leben ist halt nicht immer nur Marienkäferrot - die schwarzen Punkte gehören unvermeidlich dazu. 

Ich konnte Elin sehr gut verstehen, ihre wirre, karussellfahrende Gefühlswelt nachvollziehen. Wie fühlt man sich, wenn von jetzt auf gleich alles anders ist?  Wenn man derartig mit Leere und Enttäuschung gefüllt ist, sodass für positive Gedanken kaum mehr Platz ist? 


Fazit:
Eine unglaublich berührende Geschichte über einen jungen Menschen, der schmerzhaft feststellen muss, dass Glück oft mehrere Gesichter hat.
Empfehlenswert nicht nur für jugendliche Leser.

Bewertung


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