Montag, 25. November 2013

Stumme Angst - Christina Stein



Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: cbt (23. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570162656
ISBN-13: 978-3570162651
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: 9,99 €



Kurzbeschreibung:
Warnung vor der Kurzbeschreibung vom Verlag und dem Klappentext! Da wird wiedermal viel zu viel verraten!





Meine Kurzbeschreibung:
Anna taucht nicht zu der Verabredung bei ihrem Freund Liam auf, was ihn zu Anfang ziemlich wütend macht. Seine anfängliche Wut macht jedoch rasch Platz für Zweifel, bis auch diese sich in Sorge umwandeln. Wo ist Anna? Hatte sie einen Unfall. Ist sie in Gefahr?
Annas beste Freundin Marie rät zunächst dazu noch etwas abzuwarten und versucht Liam abzulenken und ihn zu trösten. Kurz darauf wenden sie sich aber doch an die Polizei und melden das Verschwinden von Anna.
Wirklich hilfreich sind die Beamten nicht. Als erstes rückt Liam in den Kreis der Verdächtigen, und als kurz darauf noch ein 6-jähriges Mädchen verschwindet, ist an polizeiliche Hilfe schließlich gar nicht mehr zu denken.

Meine Meinung:
Den Anfang fand ich sehr spannend und emotional. Anna wurde entführt, und das nicht von einem Unbekannten. Eine sehr beklemmende Situation, die auch bildlich dargestellt wurde. Wunderschöne poetische Sätze wurden gesponnen, um die Angst und Verzweiflung von Anna deutlich zu machen. 

 --- So was konnte man doch nicht einfach sagen. Der Satz blieb im Raum stehen und breitete sich aus, genau wie die Sommerhitze, genau wie er, wurde zudringlich und ließ sich nicht abschütteln. --- (Zitat)

Die Geschichte an sich blieb auch durchgehend spannend und ich wollte unbedingt wissen, wie sie endet.
Schnell kristallisierte sich jedoch heraus, dass es nicht so ganz hinhaut, wenn alle Beteiligten mit der gleichen poetischen Sprache dargestellt werden. 
Wir erleben alles aus Annas, Liams und Maries Sicht. Zwischenzeitlich kommt auch noch ein Tagebuch aus längst vergangenen Tagen zur Sprache. Leider unterscheiden sich alle Perspektiven sprachlich kaum voneinander. Das fand ich schade, denn so war es mir beinahe unmöglich eine Beziehung zu den verschiedenen Personen aufzubauen. 

---Die ersten Tropfen fallen, besprenkeln den Feldweg wie lose Gedanken, vom Himmel gestreut.--- (Zitat)

Der Schluss blieb relativ offen, was mir aber ganz gut gefallen hat. Hier kann sich jeder selber seine Gedanken machen, wie man mit solch einer Situation umgehen könnte. 
Was mir aber außer der sprachlichen Differenziertheit noch gefehlt hat, war etwas mehr Tiefe. Viele Handlungen und Intentionen hatten einfach zu wenig Hintergrund, als dass man sie hätte nachvollziehen können. 

Fazit:
Eine interessante Geschichte, die aber gewiss noch ausbaufähig gewesen wäre. 
Ein sehr schöner Schreibstil, der jedoch in seiner allgegenwärtigen Form die Protagonisten erschlagen hat.
Nichtsdestotrotz werde ich diese Autorin im Auge behalten, denn sie zaubert wunderschöne Bilder mit ihren Worten.


Bewertung


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