Montag, 18. November 2013

Geile Meile (Sammelband) - Frank Göhre





Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Pendragon (15. Juli 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3865323650
ISBN-13: 978-3865323651
Preis: 14,99 €

Inhalt:
Zappas letzter Hit
St.Pauli Nacht
Rentner in Rot
Der letzte Freier






Kurzbeschreibung:
Zappas letzter Hit:
St. Pauli Killer „Zappa“ alias Karl Weber sitzt hinter Gittern. Seine Frau kommt zu Besuch und schmuggelt eine Pistole in die Zelle. Kurz darauf sind beide tot. Zappa hat erst seine Frau, anschließend sich selbst erschossen. Aber das ist schon über 10 Jahre her. Dennoch beschäftigt der Fall immer noch einige Gemüter. Ganz besonders Zappas Tochter. Sie ist auf der Suche nach einer Erklärung, denn sie ist der Auffassung, dass da Verrat im Spiel war.

Meine Meinung:
Ich muss gestehen, dass ich zu Anfang meine Probleme mit dem Schreibstil hatte. Irgendwie erinnerte mich das teilweise an ein Drehbuch vom Tatort - und vom Tatort bin ich nicht wirklich ein Fan - dann gab es Passagen, die wie Tagebucheinträge wirkten, Aufzählungen und Zusammenfassungen. 
Mit der Zeit hat sich das etwas gegeben und ich konnte mich besser auf die Geschichte einlassen. 
Frank Göhre beginnt eigentlich recht ruhig. Der Ermittler Jörg Fedder und seine ehemaligen Kollegen Jan Broszinski und Pit Gottschalk bekommen ihren Auftritt und man erfährt, was sie inzwischen so machen. Der eine malt, der andere betreibt ein Nobelrestaurant. Stück für Stück setzt sich ein ziemlich komplexes Puzzle zusammen. Aus völlig verschiedenen Gründen finden die drei wieder zusammen und werden geschickt in diesen 10 Jahre alten Fall von „Zappa“ verzwirbelt.
Wie am Ende alles zusammen passt hat mich wirklich beeindruckt, aber wirklich umgehauen hat mich die Story nicht. Mir war das alles ein bisschen zu nüchtern berichtet, aber das ist natürlich Geschmacksache.


Auch bei der zweiten Geschichte: „St. Pauli Nacht“ findet sich dieser nüchterne Schreibstil wieder. Völlig verschiedenen Personen, mit völlig verschiedenen Erwartungen an das Leben, geschehen Dinge, die anders verlaufen wären, wären eben diese Leute nicht zufällig dort, wo sie letztendlich waren. 
Einer von ihnen zum Beispiel ist Johnny. Frisch aus dem Knast entlassen erhält er eine Drohung, dass er den heutigen Tag nicht überleben wird. Tja, und das wird er dann auch nicht. Sein Tod hat allerdings eine vollkommen andere Ursache als ursprünglich geplant war.
Auch hier werden mehrere Schicksale geschickt miteinander verzwirbelt und am Ende weiß man, dass es immer darauf ankommt, wann man sich wo befindet. Wobei mir der Spruch „Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ besser gefällt, als der mit dem Wörtchen „falschen“

„Der Rentner in Rot“ ist vom Aufbau ähnlich. Eine Verkettung von unglücklichen Zufällen lässt den braven Rentner Brinkmann zum Schläger mutieren.

Ich bin ehrlich gesagt etwas hin und her gerissen. Einerseits gefällt mir diese Art des Schreibens, andererseits stört es mich aber spätestens nach der dritten Geschichte.
Vielleicht war ich für Krimis auch nicht in der richtigen Stimmung, oder ich hätte nicht alle Geschichten direkt hintereinander lesen sollen.

Fazit:
Von der Machart gibt es da sicherlich nichts auszusetzen, alles passte schlussendlich wunderbar zusammen und auch der Hamburger Jargon hat mir sehr gut gefallen, aber meins ist es trotzdem nicht unbedingt. Jedenfalls nicht in dieser geballten Form. Für Krimifans aber dennoch sehr empfehlenswert.



Bewertung

Vielen Dank für das Leseexemplar - Pendragon Verlag und Blogg Dein Buch


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