Mittwoch, 13. November 2013

Christiane F. - Mein zweites Leben - Christiane Felscherinow / Sonja Vukovic






Hardcover: 343 Seiten
Verlag: Deutscher Levante Verlag; Auflage: 1 (10. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3943737134
Preis: 24,90 €

Die Sonder-Edition von Christiane F. ist nur HIER erhältlich und enthält folgendes Bonusmaterial:

1.) Einen persönlichen Brief von Christiane F. an ihre Leser.

2.) Über 16 Seiten Fotos aus ihrem privaten Fotoalbum sowie Zeichnungen aus ihren Tagen in Griechenland.  

3.) Zugang zu einem passwortgeschützten Portfolio mit zahlreichen Videos, Tonbandmitschnitten und zusätzlichen Interviews.

4.) Mit jedem Kauf der Sonder-Edition fließt ein Teil des Erlöses in die Christiane F. Stiftung.


Inhalt (Verlag):
Das Schicksal der damals 14-jährigen, drogenabhängigen Prostituierten Christiane F. aus »Wir Kinder vom Bahnhof Zoo« ging um die Welt. Millionen Menschen weltweit sind mit dem Mythos Christiane F. aufgewachsen. Aber wie ging es weiter?
35 Jahre später erzählt Christiane Felscherinow ihr ganzes Leben. Eine Geschichte von Hoffnung und Hölle, glücklichen Jahren in Griechenland, Überlebenskampf im Frauenknast, Abenteuern unter Rock-Idolen, Literatur-Stars und Drogenhändlern. Im Mittelpunkt aber steht ihr Kampf, trotz aller Rauschgift-Exzesse eine gute Mutter für ihr Kind zu sein. Gemeinsam mit der Journalistin Sonja Vukovic hat sie nun ihr Leben rekapituliert. Das Ergebnis ist eine erschütternde, aber auch hoffnungsvolle Autobiografie. Eine Begegnung mit einer Gesellschaft, die den Rausch auslebt, aber den Süchtigen verachtet. Die Vollendung einer Story, die das Lebensgefühl von Generationen prägte – und damit auch ein Dokument deutscher Zeitgeschichte.

Meine Meinung:
Eine Autobiografie zu bewerten finde ich äußerst schwierig und ich bin mir nicht sicher, ob ich das irgendwie hinbekomme. Normalerweise lese ich solche Sachen auch nicht besonders gerne - möchte nicht so tief in die Privatsphäre fremder Menschen eintauchen. 
Diese Ausnahme hier war eher ein Zufall, da ich auf der Frankfurter Buchmesse unverhofft in diesen wahnsinnigen Presserummel hineingeraten bin und mich natürlich an „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ erinnerte.
Dass der Begriff Pressemeute seine Berechtigung hat, musste ich schmerzlich am eigenen Leib feststellen. Echt heftig.

Das Buch selber ist sicherlich genauso „chaotisch“, wie das Leben von Christiane Felscherinow es bislang war. Chaotisch im Sinne von ungeordnet. Ein Aneinanderreihung von Hochs und Tiefs, Aufs und Abs, in nicht chronologischer Abfolge. Aufbereitete Erinnerungen querbeet. 
Auch wenn das Buch in 9 Hauptabschnitte aufgeteilt wurde, vermischt sich doch immer wieder alles mit allem. Immer wieder lenken Gedankenfragmente in weitere Erinnerungen ab. Anders geht es ja auch nicht wirklich, denn im Grunde dreht sich weiterhin alles um das gleiche Thema.
Meiner Meinung nach konnte die Geschichte von Christiane Felscherinow gar nicht anders  zu Papier gebracht werden. Eine wohlsortierte Berichterstattung hätte ich als unrealistisch und falsch empfunden.

Das Leben selber und die Entscheidungen, die Christiane Felscherinow getroffen oder auch nicht getroffen hat, möchte und kann ich gar nicht bewerten. Die menschliche Psyche ist viel zu komplex um in irgendwelche Schubladen gepackt zu werden und es ist sicher müßig, ergründen zu wollen, warum jemand handelt wie er handelt. Abhängigkeiten, in welcher Form auch immer, ziehen sich durch sämtliche Bevölkerungsschichten und genauso vielfältig wie die Arten der Abhängigkeiten, sind auch die Gründe dafür, wie es dazu kommt. Das gab es immer und wird es wohl auch immer geben.

Ich fand es ganz interessant zu lesen, was sich in den letzten 35 Jahren im Leben von Christiane F. getan hat. Ob alles haarklein so war, wie es beschrieben wurde, sei dahingestellt, denn "Erinnerungen" weichen doch oft von der Realität ab, aber im Großen und Ganzen kann es so ungefähr gewesen sein. 

Ich denke, trotz aller widrigen Umstände hat Christiane Felscherinow es noch halbwegs „gut“ getroffen - vielen anderen ist es sicherlich wesentlich schlechter ergangen. Aber dennoch wünscht man niemandem ein solches Leben. Es zeigt erneut, dass man unter allen Umständen auf Drogen jeglicher Art verzichten sollte. Ganz besonders dann, wenn das Leben es mal nicht so gut mit einem meint.

Gut fand ich, dass Sonja Vukovic in den Zwischenkapiteln noch mal sachlich an die aktuelle Drogenpolitik, Hilfsmöglichkeiten und diverse Statistiken erinnert hat. 
Dass ein Teil des Verkaufspreises der Sonderausgabe für eine Hilfsorganisation für Drogenkranke und deren Kinder verwendet werden soll gefällt mir auch sehr gut. Hoffentlich kommt das Geld auch dort an, wo es dringend gebraucht wird.
Was sich mir jedoch nicht erschließt ist die Tatsache, dass man für ein signiertes Buch einen Aufpreis von 50 Euro bezahlen soll. Da würde mir die Bitte um eine Spende (für eine Hilfsorganisation) besser gefallen.


Fazit:
Für alle, die interessehalber wissen möchten, wie es mit Christiane F. weiter gegangen ist, empfehlenswert. Wer jedoch eine spektakuläre Fortsetzung von „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ erwartet, könnte eventuell enttäuscht werden. 

1 Kommentar:

  1. Hallo McBaylie, ich habe auch eine Rezension über das Buch auf meinem Blog veröffentlicht. Vielleicht hast Du ja Lust mal vorbeizuschauen:
    http://buchstory.blogspot.de/2015/01/mein-zweites-leben-christiane.html
    Liebe Grüße
    Pia

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