Montag, 28. Oktober 2013

Drecksspiel - Martin Krist





Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (11. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548285376
ISBN-13: 978-3548285375
Preis: 9,99 €

Auftakt einer Reihe!!!

Kurzbeschreibung:
Hier eine kurze Zusammenfassung zu schreiben, ist schon eine enorme Herausforderung, denn die Geschichte besteht aus einer Vielzahl an Handlungssträngen und einer noch viel höheren Anzahl an beteiligten Personen.
Ich versuche es mal mit den Hauptsträngen ohne zu viel zu verraten:

Hannah wird von ihrem Mann Philip mit einer spontanen Urlaubsreise überrascht. Philips Werbeagentur steckt in der Bredouille, weshalb er in letzter Zeit wenig Zeit fürs Privatleben hatte. Mit Baby Millie soll es in das Ferienhaus am Müggelsee gehen, wo die beiden früher viele schöne Tage verbracht haben. 
Tino Risse erfährt von seiner Freundin Leyla, die als Prostituierte arbeitet, dass sie schwanger ist. Ein Schock für ihn. Kurz darauf geschehen jedoch Dinge, die seine zukünftige Vaterschaft als das kleinste Problem erscheinen lassen.
David Gross erhält den Auftrag die entführte Shirin wieder zu finden. Seit der ehemalige Polizist vor einigen Jahren untertauchen musste, arbeitet er verdeckt als eine Art Privatermittler.

Was all diese Leute und Situationen miteinander zutun haben, muss natürlich jeder selber herausfinden.


Meine Meinung:
Der Anfang gestaltete sich für mich nicht ganz so flüssig, obwohl ich diese Art von Aufteilung eigentlich ganz gerne mag. Vielleicht wurde hier einfach zu viel und zu oft gewechselt, sodass man gar keine Zeit hatte, das Gelesenen einzuordnen, oder eine Beziehung zu den Figuren zu verinnerlichen. So viele verschiedene Personen und sehr häufig wechselnde Örtlichkeiten und Handlungen, muss man erst mal kopfmäßig erfassen und sortieren. Zum Glück gibt es im Buch auf den ersten Seiten ein Personenregister. 
Dass die verschiedenen Handlungsstränge irgendetwas miteinander zutun haben müssen ist eigentlich klar. Nur was?

An Spannung mangelt es diesem Buch auf jeden Fall nicht und auch die Neugier wird durchgehend aufrecht erhalten. Zwei Drittel des Buches wird man quasi mit den verschiedenen Figuren und deren Problemen, die Weißgott nicht wenige sind, vertraut gemacht, um dann am Ende einen überraschen Showdown zu erleben.

Zwischenzeitlich wird man auch mal arg an seine Grenzen getrieben, wobei ich jetzt nichtmal die brutalen Szenen meine - die habe ich gewissermaßen erwartet. Grenzwertig fand ich die Flüche von Toni und auch die Dialoge von zwei Figuren, die mich extrem nervten. So oft wie Toni „verfickte Scheiße“ gesagt oder gedacht hat, geht echt auf keine Kuhhaut, und diesen „Straßenslang“ finde ich einfach nur furchtbar. Normalerweise stört mich sowas in Büchern gar nicht so dolle, aber hier wirkte es unnatürlich und aufgesetzt.
Schade eigentlich, denn dadurch war ich (Langsamleser) geneigt etwas zügiger zu lesen und die vielen, vielen kleinen Anspielungen und dezente Hinweise, die wie ich finde zum Teil zu gut versteckt waren, schlichtweg zu übersehen.
Nicht jeder bringt die Geduld auf, einige Passagen noch einmal zu lesen, was aber meiner Meinung nach, teilweise unbedingt nötig ist, um die Zusammenhänge deutlicher zu erkennen.

Auch die andauernd zitierten Liedertexte (die ich zum Teil gar nicht kannte), die natürlich ganz zufällig immer die augenblickliche Stimmung widerspiegelten, konnten mich nicht überzeugen.

Leider werden am Schluss nicht alle Fragen beantwortet, und gerade das, was mich als Leser besonders interessiert hat (was ist mit David Gross los?), wurde wahrscheinlich auf das nächste Buch (erscheint voraussichtlich Oktober 2014) verschoben. Das war dann der Moment, an dem ich mitbekommen habe, dass „Drecksspiel“ der Auftakt einer Reihe um den „Problemlöser“ David Gross ist. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob ich das Buch gelesen hätte, wenn mir diese Tatsache im Vorfeld bewusst gewesen wäre, denn ich bin nicht unbedingt der Serien-Leser.

Trotz dieser Dinge, die mir nicht so gut gefallen haben, mochte ich das Buch aber auch nicht mehr aus der Hand legen.


Fazit:
Eine sehr komplexe Geschichte, die zu Beginn, aufgrund der vielen Personen und Handlungsstränge, ziemlich verwirrt, aber ohne Frage mit reichlich Spannung aufwarten kann. Als Leser muss man jedoch acht geben, die unendlich vielen kleinen Hinweise nicht im Wechselstrudel zu verlieren.


Bewertung



Mehr Infos über Martin Krist bekommt ihr HIER

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