Sonntag, 6. Oktober 2013

Der Verrat - Val McDermid





Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Droemer (2. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426199696
ISBN-13: 978-3426199695
Originaltitel: The Vanishing Point
Preis: 19,99 €

Kurzbeschreibung Verlag:
In Val McDermids neuem Roman "Der Verrat" muss die Schriftstellerin Stephanie Harker am Flughafen von Chicago hilflos mit ansehen, wie ihr fünfjähriger Adoptivsohn Jimmy von einem Unbekannten entführt wird. Als sie, außer sich vor Verzweiflung, aus der Sicherheitsschleuse ausbricht, wird sie für eine Attentäterin gehalten und von der Security überwältigt. Erst die FBI-Agentin Vivian McKuras glaubt ihr. Doch da ist der Entführer mit dem kleinen Jungen schon längst verschwunden ...

Meine Meinung:
Als ich die Kurzbeschreibung und eine Leseprobe des Buches gelesen hatte, dachte ich - wow, das hört sich mächtig spannend an, das musst du unbedingt lesen. Und da ich bisher noch kein Buch der Autorin kannte, fiel die Entscheidung dafür nicht schwer. 
Dann kam jedoch rasch die Ernüchterung, denn direkt im Anschluss an die Leseprobe begann die Geschichte sich zu wandeln. Anstatt einer aufregenden Suche nach dem verschwundenen Kind, erzählt Stephanie in einem Verhörraum des Flughafens in aller Seelenruhe die Geschichte von Jimmys Eltern, und wie sie selbst zu seiner Adoptivmutter wurde. Über Stunden berichtet sie haarklein und in jeder Einzelheit, so als würde sie ein Buch schreiben - mit einem Bericht von Fakten, anhand derer man den Jungen eventuell finden könnte, hatte das jetzt nicht wirklich viel zu tun. 
Über eine sehr lange Strecke (2/3 des Buches) bekommen wir also eher eine sozialkritische Milieustudie zu lesen über ein Thema, das mich eigentlich überhaupt nicht reizt. C-Prommis aus irgendwelchen Big-Brother-Formaten. Zudem tummeln sich in der Geschichte bis auf zwei Ausnahmen nur problembehaftete Figuren, und diesen beiden Ausnahmen wird am Ende dann auch noch schnell ein Problem angedichtet.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich das Buch trotz allem ganz gerne gelesen habe. Es war nicht so uninteressant, wie es sich im ersten Moment anhört, auch wenn vieles irgendwie vorhersehbar war. Nur, wenn man einen spannenden Thriller erwartet und die Geschichte sich dann allenfalls als ein Psychothrillerchen entpuppt, kann man eine gewisse Enttäuschung nicht verbergen. Hinzu kommt noch, dass ich den Schluss absolut unpassend fand.
Was ich auch jedem Leser, der sich für dieses Buch entscheiden sollte, empfehlen möchte - lest auf gar keinen Fall als Erstes den Klappentext, dann könnt ihr euch wenigsten noch ein bisschen Spannung für den Mittelteil bewahren.

Fazit:
Kein Thriller, bestenfalls ein Psychothrillerchen. 
Wer gerne Familiengeschichten ergründet, wird an diesem Buch Freude haben. Wer jedoch einen spannungsgeladenen Thriller lesen möchte, sollte sich besser für ein anderes Buch entscheiden.


Bewertung



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