Mittwoch, 18. September 2013

Arthur oder Wie ich lernte, den T-Bird zu fahren - Sarah N. Harvey





Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 342365001X
ISBN-13: 978-3423650014
Empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Preis: 13,95 €

Kurzbeschreibung:
Der 16-jährige Royce Peterson ist kreuzunglücklich. Einerseits, weil seine Mutter Nina ihn ständig Rolly nennt - er wollte sich schon einen zweiten Vornamen mit I eintragen lassen, damit er sich wenigstens R.I.P. nennen kann, was aber abgelehnt wurde. Weitaus dramatischer ist aber, dass er seine Heimat und seine Freunde verlassen musste, um ans andere Ende von Kanada zu ziehen, weil seine Mutter sich dort um seinen 95-jährigen Großvater kümmern möchte. Weil das aber immer noch nicht reicht, soll er sich letztendlich auch noch selbst um den grantigen Großvater, den er kaum kennt, kümmern. Er hat schließlich Zeit, da er wegen eines überstandenen Pfeifferschen Drüsenfiebers eh gerade nicht zur Schule geht und nur rumhängt, wie seine Mutter meint, und außerdem gibt es einen halbwegs ordentlichen Lohn dafür. 
Er sagt also zu, denn das Geld ist genau das, was er braucht, um sich ein Auto zu kaufen und schnellstmöglich wieder nach Hause fahren zu können. Aber irgendwie kommt alles anders, als er es sich vorgestellt hat.

Meine Meinung:
Sarah N. Harvey hat mit „Arthur oder Wie ich lernte, den T-Bird zu fahren“ eine wunderbare Geschichte zu Papier gebracht. Witzig, spritzig, unterhaltsam, tiefgründig und sehr emotional. Eine Geschichte die zum Nachdenken, schmunzeln und auch ein bisschen zum Weinen einlädt. 
Der Schreibstil der Autorin ist unheimlich schön zu lesen. Nachvollziehbar, interessant, mitfühlend und trotz seiner relativen Einfachheit, alles andere als trivial.
Jeder Charakter hat seine ganz eigenen Eigenheiten (ich weiß, das ist doppelt gemoppelt, aber das gehört so :-) ) und man würde sie auch erkennen, wenn keine Namen dabeistünden. 
Arthur, der grantelnde Großvater ist schon eine Marke für sich, aber wer sich jemals um Schlaganfall- oder Demenzpatienten gekümmert hat, wird vieles genau so wieder erkennen. Da ist nichts übertrieben oder beschönigt.
Royce mit seinen gerade mal 16 Jahren muss eine Menge wegstecken, aber er lernt auch unendlich viel. 
Gerade auch bei Royce' Charakterisierung, ist es der Autorin ausgesprochen gut gelungen, Ängste, eigene Kämpfe und Gefühle wie Wut, Trauer und Hilflosigkeit authentisch und überzeugend rüberzubringen.
Ich fand es sehr berührend zu lesen, wie Arthur und Royce sich langsam, trotz aller Widrigkeiten,  einander angenähert haben und bin der Autorin dankbar dafür, dass sie hier auf jegliche Art von Kitsch oder Klischee verzichtet hat. 

Das Cover ist ein wahrer Augenschmauß und der schicke Ford Thunderbird spielt natürlich auch eine Rolle in dieser Geschichte :-)




Fazit:
Eine wunderbar gelungene Geschichte für Jung und Alt, denn genau darum dreht es sich auch - um Jung und Alt. Eine Geschichte ums Kennenlernen und Abschied nehmen.
Ausdrucksstark, einfühlsam, lebendig und herrlich lebensnah erzählt.



Bewertung


Heute gibt es bei mir auch mal Musik :-)
Arthur war ein berühmter Cellist; hat zum Schluss "Unsere kleine Farm gesehen", Pussycat-Dolls und Apocalyptica gehört, außerdem waren Apocalyptica auch bei der Galavorstellung, die ihm zu Ehren statt fand.
Ziemlich cool, dieser Arthur :-)
Viel Spaß



Kommentare:

  1. Liebe MacBaylie,

    vielen Dank für diesen tollen Tipp.
    Das Buch habe ich mir gestern gekauft und heute schon beendet und es hat mir super gut gefallen. Morgen werde ich es meiner Freundin mitnehmen (sie möchte keinen Kuchen). *lach*
    LG Julia

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  2. Das freut mich sehr - so soll es sein :-)

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