Donnerstag, 15. August 2013

Antonia Michaelis - Special Tag 2 "Richtigrum"





Hallo liebe Leser,

weiter geht es mit "Richtigrum" :-)



Ich habe Antonia Michaelis einige Fragen gestellt, die sie freundlicherweise sehr ausführlich beantwortet hat. Dafür, liebe Antonia, und für die Bereitstellung der Fotos und des übrigen Materials ein recht herzliches Dankeschön.
Diese Antworten eröffnen noch mal einen ganz anderen Blickwinkel auf beide Geschichten und wer Antonia Michaelis' Bücher kennt, weiß, dass sie eine Meisterin im Beleuchten verschiedener Blickwinkel und Perspektiven ist. Aber lest selbst. Viel Spaß!!!



Interview: "Richtigrum"

1. Nachdem in "Ein Paradies für alle" der kleine David eine eher "passive" Hauptrolle spielt, kommt Nashville in vollem Umfang zum Zuge. Obwohl beide Jungs im Grunde völlig verschieden sind, haben sie meiner Ansicht aber auch viel gemeinsam. Siehst Du das auch so? Oder hat Dich vielleicht sogar einer der beiden inspiriert über den anderen zu schreiben?

Findest Du David passiv? In den Phasen seines Berichts, in denen wir die Welt durch seine Augen sehen, ist er doch ziemlich aktiv, oder? Ich meine, was kann aktiver sein, als heimlich 15 Kühe zu befreien und Portemonnaies in einem Gutshaus am Waldrand zu klauen, um das Geld für gute Zwecke einzusetzen? Was kann aktiver sein als Davids Verzweiflung darüber, dass er letztendlich doch nicht alle Menschen retten kann?
Natürlich lesen wir den Bericht wiederum mit den Augen seiner Mutter.
David ist völlig offen, der Leser lebt quasi in seiner Gedankenwelt.
Durch Nashvilles Augen hingegen blicken wir NIE. Wir sehen ihn, obwohl er viele Dinge tut, nur von außen, er bleibt letztendlich eine Black Box, ein Geheimnis, über das wir nie alles erfahren werden.
David wächst in einem behüteten Elternhaus der oberen Bildungsschicht auf, Nashville auf der Straße ...

David: Das wird ein Paradies für alle


Die Gemeinsamkeit der beiden Jungen ist vielleicht ihre Zerrissenheit zwischen Kindheit und Erwachsenwerden, eine Zerrissenheit, die beide zu früh erreicht: Der eine, David, ist zwar sehr kindlich und naiv, aber zu intelligent für sein Alter. Er beschäftigt sich mit den großen philosophischen Themen der Menschheit, liest abstrakte Bücher, versteht vieles in seiner Kindlichkeit falsch und scheitert (vielleicht) in seinem Versuch, die Welt zu retten.
Nashville: Manche Erinnerungen liegen in der Musik


Der andere, Nashville, ist alles andere als naiv; ist zu früh erwachsen geworden durch das, was er erlebt hat. Seine Gedanken sind wenig abstrakt, und in seinem Fall scheitert die Welt daran, IHN zu retten.

Beide Jungen beschäftigen sich auf ihre Weise mit Philosophie.
David rein abstrakt und darin, dass er seltsame logische Schlüsse zieht, zum Beispiel den, das Hitler ein Huhn war.
Nashvilles Philosophie ist ganz konkret. Wenn er etwas tut oder sagt, dann ergibt sich das einfach so, ohne dass er lange vorher darüber nachdenkt. Das Kopfstehen zum Beispiel, das einen dazu bringt, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen – ist das überhaupt Philosophie, oder ist die Philosophie nur etwas, das wir als Erwachsene hineininterpretieren?

Ob mich der eine Junge inspiriert hat, über den anderen zu schreiben?
Ich glaube, nicht. Sie sind ja auch nicht gleich alt.
Das Dumme ist, wenn man so viel schreibt wie ich, dann gehen einem irgendwann die Personen und die Personen-Konstellationen aus. Man kann, wenn man über ein Kind schreibt, immer nur einen Jungen ODER ein Mädchen nehmen, es gibt einfach blöder Weise kein drittes Geschlecht.

Davids Freundin Lotta




Und kleine Mädchen hatten wir ja davor gerade in der Nachtigall. Außerdem spielt ja Lotta eigentlich eine Hauptrolle in „Paradies für alle“.

Dass David und Nashville beide „kleine Jungen“ sind, liegt also schlichtweg am Mangel an Alternativen.

Dazu kommt etwas Seltsames, das ich schlecht erklären kann: Natürlich ist der Aufbau meiner Geschichten durchkonstruiert. Aber die Geschichten an sich sind es nicht.
Jemand kommt und erzählt mir seine Geschichte, sagt: Das und das habe ich erlebt, schreib das mal auf. Und was mir erzählt wird, kann ich nicht ändern – auch die Personen nicht.
Da kam also David zu mir, es war auf einem Spaziergang mit unserem neugeborenen Baby, im Frühlingswald, und er sagte: Hör mal, ich wollte die Welt retten, und es endete auf der Autobahn, und das kam so und so. 
Und Nashville kam zu mir, das war, glaube ich, nachts, und sagte: Also, ich weiß ja nicht, ob es Dich interessiert, aber dies ist meine Geschichte … und die von Svenja, natürlich …
Das klingt jetzt total abgefahren und verrückt, aber die Leute kommen wirklich zu mir. Nicht in der Realität, auf einer anderen Ebene. Deshalb kann ich zum Beispiel auch politisch inkorrekte Dinge nicht ändern. Ich hätte die Bootshausszene im Märchenerzähler nicht ändern können, denn Abel hat sie mir so erzählt. Ich kann die Tatsache nicht ändern, dass Nashville Svenja liebt, denn das hat er gesagt. Na und so weiter.





(Alle, die es zu einem Sport gemacht haben, meine Bücher zu zerreißen und für moralisch verwerflich zu erklären, werden den obigen Absatz LIEBEN. Jetzt ist sie total verrückt geworden … wahr, wahr.)


2. Wo nimmst Du generell Deine Ideen her? Besser gesagt - Ideen hat man bisweilen ja viele, aber wie setzt Du diese dann um?

Oh, äh, das habe ich jetzt oben schon beantwortet. Alle Autoren lieben ja die Frage, woher sie ihre Ideen nehmen. Ich schlage meistens vor, den Kopf aufzusägen und nachzugucken, das geht aber meistens nicht gut aus. Mit Ideen kennen sich die Hirnforscher wohl besser aus, ich sage nur: Eins-Null-Verschaltungen, Purkiye-Zellen, Synapsen.
Wie setze ich die Ideen um?
Wie beschrieben, habe ich eine grobe Geschichte im Kopf, die die Protagonisten mir erzählen, ein bisschen ist es auch wie ein Filmtrailer, und ich denke dann: Das Buch würde ich gerne lesen, klingt spannend – aber leider gibt es das Buch ja nicht, ich muss es schreiben. Dann fange ich an, Pläne zu machen und zu konstruieren, und dann klingt es irgendwann überhaupt nicht mehr spannend, sondern langweilig und schlecht, und ich gebe fast auf. Fange dann aber irgendwann doch an zu schreiben und ändere alle Pläne wieder.
Dann schreibe ich. Ein viiiiiiiiiel zu langes Buch. Das liest meine Lektorin, sagt in etwa hm-hm-hm, und dann kürze ich das ganze um 50 %. (Und dann kommen die Kritiker und sagen, das ist ja ganz nett, aber viiiiiiiel zu lang …. Andere sagen: Das verstehe ich nicht, das und das fehlt da, und ich muss gestehen: Ja, es fehlt. Das stand im Original. Da war es ausführlicher erklärt.)


3. Wie sieht Dein Schreiballtag aus? Hast Du da feste Rituale oder schreibst du überwiegend intuitiv? (Wobei das eine das andere ja nicht zwangsläufig ausschließen muss).

Auch das Signieren von Büchern gehört dazu
Gerade in diesem Moment sitze ich am Küchentisch, der ungefähr so groß wie ein Fußballfeld ist. Naja, Tischfußball. Dort schreibe ich ganz intuitiv von 9 bis 13.30, denn in dieser Zeit sind unsere Kinder im Kindergarten. Dann gibt es, im Gegensatz zum Schreiballtag, noch die Schreiballnacht, die dann beginnt, wenn die Kinder im Bett sind, falls mein Mann Nachtdienst in der Klinik hat, was er gefühlter Weise immer hat.

4. Was macht für Dich den größten Unterschied zwischen Jugendbuch und Erwachsenenbuch aus? Und fällt Dir vielleicht eines von beiden, vom Schreiben her, leichter?

Erwachsenenbuch ist einfacher. Man kann einfach schreiben, was man schreiben möchte, und zwar so lang, wie man möchte. Man kann drei Seiten lang eine Ameise beschreiben (und das, was sie denkt), und das ist dann Literatur.
DACHTE ich.
Leider lag ich vollkommen falsch. Auch in der „echten“ Belletristik wird gekürzt, wird um jeden Satz verhandelt, muss alles niet und nagel und verständnisfest sein, sind Experimente ungern gesehen. Die Einteilung in „Jugendbuch – Erwachsenenbuch“ ist aber ohnehin eine sehr willkürliche und sehr momentane. Wer weiß, wie das in zwanzig Jahre aussieht? Früher las man ab 16 einfach die Bücher der Erwachsenen, heute gibt es Crossover für 16 bis 18, das lesen aber AUCH die Erwachsenen, und das alles sind markttechnische Diskussionen, die mich als Geschichtenerzähler eigentlich überhaupt nicht interessieren. Trotzdem muss ich mich an Spielregeln halten. Die Protagonisten im Jugendbuch dürfen maximal 19 sein, die im Erwachsenenbuch müssen aber über 25 sein, am besten über 30, sonst klingt es ja so nach Jugendbuch. Es ist also ausgeschlossen, über Menschen zwischen 19 und 25 in Hauptrollen zu schreiben, wird mir gesagt. Äh …. aaaha.


Da hilft auch ein Kopfstand nicht.





Ein Studentenroman ist somit eine Unmöglichkeit in sich. Deshalb erscheint also etwas wie Nashville im Jugendbuch, und sofort gellt ein Aufschrei durchs Internet: Also das mit dem Sex und den Drogen und so, das geht ja gar nicht für Leute ab 14. Ja. Das Buch ist ja auch ab 16. Siehe meine Homepage. Und eigentlich ist es ein Buch für Studenten.

5. In beiden Büchern spielt "Medizin" eine nicht unwesentliche Rolle. Da ich weiß, dass Du selber mal Medizin studiert hast, kommt natürlich die Frage auf: In wie weit haben Dich hier eigene Erfahrungen inspiriert?

Hihi. Sehr. Ein bisschen rechne ich in dem Buch ja mit den sadistischen Profs ab, mit der Sinnlosigkeit des reinen Auswendiglernens und auch mit meinen netten Kommilitonen. Das Lustige ist, dass genau solche Leute jetzt das Buch lesen. Natürlich hätten die Nashville alle schnellstmöglich irgendwo abgegeben – und ja, sicher wäre das besser gewesen.
Oder?
Ich war sehr selten in Vorlesungen. Wenn ich da war, kam ich zu spät, musste mich umständlich erst aus fünf verschiedenen Schichten von zu bunten Kleidungsstücken quälen und saß dann mit meiner Thermoskanne in der letzten Reihe: Ich habe immer gefroren, die Winter in Greifswald sind märchenerzählerkalt, und mein Fahrrad war meistens irgendwie kaputt. Die Jacke, die Svenja im Trailer trägt, habe ich damals getragen. Stammt aus irgendeinem nepalesischen Bergdorf, wo es auch kalt war.
Ich habe selten mit Medizinern zusammengelebt, eigentlich immer mit LaÖks, Landschaftsökologen, was dazu führte, dass ich lange Zeit in der WG vegan kochen musste, aber auch dazu, dass wir sehr lustige Partys hatten. Die Mediziner, mit denen ich befreundet war, waren Straßenschildklauer, RummitKaffeetrinker, Canabiszüchter, Weltverbesserer. 
Moralisch unhaltbar! Die „guten“ Mediziner schrieben in den Vorlesungen immer alles mit, und ja, die braven Mädchen fingen wirklich alle mit K an, ich frage mich bis heute, warum.
Ich werde nie vergessen, wie im Hörsaal unter den K-Mädchen Panik ausbrach, weil sie zum Abmalen von der Tafel KEINEN ROTEN HOLZSTIFT hatten, und die Skizze dort war doch rot! (man muss dazu sagen, dass Mediziner ohnehin alles aus Büchern lernen MÜSSEN, es erübrigt sich also, Dinge von Tafeln abzuschreiben)
Wir waren immer ein bisschen anders als die anderen Studenten, aber in Greifswald gibt es eine Menge Leute, die ein bisschen anders sind, hier trifft sich alles Andersartige von Deutschland. Es ist wie Heidelberg, nur ohne das Geld.
Mein Mann ist dann irgendwann nach Tübingen gegangen, wegen des Tropeninstituts dort, er wollte wie ich eigentlich später im Ausland arbeiten. Und in Tübingen kam ich mir völlig fehl am Platze vor, alles war so sauber, so geleckt, so Postkarte. Trotzdem gab es auch dort ein paar nette Leute, die „anders“ waren.
Ich habe nie in einem besetzten Haus gewohnt, kenne aber natürlich Leute, die das getan haben.

Später habe ich es geschafft, im PJ 5-stündige HerzOPs zu verschlafen, und zwar Haken-haltend. Was daran lag, dass ich in der Nacht vorher meistens von einer Lesereise zurückgekommen war oder nachts geschrieben hatte, ich habe immer schon mehr geschrieben als studiert. Die meisten Ärzte sagen jetzt: Ach, das ist ja tragisch, dass Sie diesen Beruf nicht ausüben! Die netten Ärzte sagen: Ach, so ein Glück, dass Sie was anderes gefunden haben, ich wünschte, ich würde auch Bücher schreiben, statt 24 Stunden in der Klinik hin und her zu rennen.
Ich selbst wäre ein miserabler Arzt geworden. Ich wollte sowieso in die Entwicklungshilfe, aber das kann man alles in meinen Lebenslauf nachlesen, Bergkrankenhäuser ohne Strom und so.

6. Du erstellst immer wunderschöne und sehr aufwändige Buchtrailer. Kannst Du ein bisschen berichten, wie diese entstehen?

Die Dinger haben eine Eigendynamik angenommen, und ich muss dringend zurück zum Einfachen. Die Misere liegt darin, dass ich eigentlich schrecklich gerne mal einen Spielfilm machen würde … aber irgendwie gewinne ich nie im Lotto. Liegt vielleicht daran, dass ich nicht spiele.
Ich suche mir meine Schauspieler hier, meistens Leute, die schon mit mir oder unter meiner Regie auf der Bühne gestanden haben, dann nerve ich meinen Kameramann so lange, bis er Zeit hat, und dann ziehen wir los und drehen. Dabei merken wir, dass nichts so geht, wie ich es vorhatte, schmeißen das Konzept wieder um und drehen neu. Inzwischen lachen wir darüber, dass wir den Anfang immer zwei mal drehen.
Für Nashville haben wir ein halbes leeres Haus umgebaut. Die Küche des Hauses Nummer drei und Svenjas Küche gibt es so nicht, sie befindet sich (befand sich) in einem leeren Pfarrhaus in einem Dorf an der Ostsee. Da wir den Neckar schlecht nachbauen konnten, mussten wir dann doch noch nach Tübingen fahren … das Schwierige an Trailern ist ja, dass jede Sekunde wichtig ist, da sie maximal zwei Minuten lang sein dürfen. Und wenn man in die Geschichte verliebt ist, möchte man natürlich alles erzählen, was nicht geht …

Mehr zu den Trailern im 2ten Teil des Specials!
Bei David hatten wir am Ende so viele schöne Zufalls-Szenen, dass wir deshalb einen zweiten Trailer gemacht haben. Bei Nashville haben wir das dann gleich so geplant, aber sinnvoll ist es natürlich nicht. Ich ende in den Trailern eigentlich immer als Leiche, werde im Wald vergraben oder an einem Baum aufgeknüpft, naja, Autoren machen gern die Drecksarbeit :-) 
Richtig schwierig ist es, legal Gewehre für Trailer zu besorgen. In der Nachtigall mussten wir den zugehörigen Jäger mit-mieten, der dann immerzu ungeduldig im Wald mit den Füßen scharrte, weil er eigentlich weiter an seinem Hochsitz bauen wollte ...

7. Ist es schon mal vorgekommen, dass Du eine Szene im Buch umschreiben musstest/wolltest, weil sich z.B. beim Drehen des Trailers herausgestellt hat, dass etwas nicht funktionieren kann?
Hätte auch eine gute Lovis abgegeben




Hihi, das wäre ein bisschen so, als würde man das Auto nach Farbe der Socken kaufen. SOOO wichtig sind die Trailer dann auch wieder nicht. Einmal habe ich zum Spaß gesagt, okay, Lovis, Davids Mutter, kriegt jetzt im Buch schnell noch kurze Haare – aber das war nicht ernst gemeint.

8. Wenn Du entscheiden dürftest, welches Deiner Bücher verfilmt werden soll, welches wäre das, und warum gerade dieses?

Puh. Alle. Keines. Es passiert sowieso nicht. Für den Märchenerzähler hatten wir soviele Angebote … und letztlich hat sich die Sache im Sande verlaufen. Ich persönlich würde gerne die Finsterbachbrücke verfilmen, das wäre ein richtig schöner Ronja-Streifen. Oder den Seeadler. Ach, nee, der heißt ja anders … wie heißt der? Die Worte der Weißen Königin, richtig. Ich möchte Filmaufnahmen davon haben, wie die Adler fliegen; von dieser Freiheit und dem Werden und Vergehen der Natur im Wald. Es wäre natürlich ein zwischenzeitlich sehr brutaler Film. Wenn ich selbst dürfte, würde ich auch gern einen Kinderfilm aus Ella Fuchs machen, eine Art Retro-Kinderfilm, ohne moderne Knallfarben, eben das Zirkusleben und Überleben. Und, ja, wenn ich könnte … natürlich würde ich das „Paradies“ gerne verfilmen. Wobei das als reiner Schauspielerfilm vielleicht gut funktionieren könnte, sehr dialoglastig, sehr skurril.

9. Welches Deiner Bücher hat Dich emotional am meisten gefordert?

Alle Jugendbücher. Ich meine, naja, der Märchenerzähler ist SO kitschig, den kann man eigentlich nicht mehr ernst nehmen, aber trotzdem … ich habe mal an Silvester nicht getanzt, weil ich wusste, dass Abel sterben würde. Sein ungläubiger Satz „Wie sie tanzen!“ stammt von dort. Und vielleicht klingt das jetzt blöd, aber das Ende von Nashville hat mich auch mitgenommen. Alle beschweren sich, dass das Ende so kurz ist, wobei ich finde, dass es durch die Kürze eigentlich grausamer wird – cut, aus, das war´s, so ein Kind interessiert keinen mehr, und machen kann man auch nichts. Bei David war ja von Anfang an klar, wie es endet, bei Nashville hatte ich zwischendurch selbst noch etwas Hoffnung. Es hätte ja gut gehen können. Ich liebe die Tanzszene am Ende des einen Trailers, diesen Traum von Svenja – was-wäre-wenn-ich-ihn-in-zehn-Jahren-wiedersehen-würde.
Ja, ich gebe es zu, ich bin anfällig für Kitsch.

10. Wie sehen Deine zukünftigen Pläne aus. Gibt es neue Buchprojekte an denen Du bereits arbeitest? 

Natürlich. Das nächste Jugendbuch ist geschrieben und erscheint nächsten Herbst bei Oetinger: November Lark.
Vorsicht, das wird noch unmoralischer! Ich glaube, ich stöpsle dann das Internet aus und lese dann keine Kritiken mehr, oder vielleicht kriege ich diesmal Drohbriefe?
Das nächste Erwachsenenbuch ist auch geschrieben, ist schon einmal überarbeitet und erscheint WAHRSCHEINLICH im Frühjahr, momentan trägt es den Namen „Friedhofskind“, aber das ändert sich sicher noch.


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Das waren doch mal richtig tolle Antworten und ein schöner Einblick in die skurrile Autorenwelt. Auf die beiden neuen Projekte freue ich mich jetzt schon :-)

Was denkt ihr? Habt ihr Neues erfahren, oder vielleicht etwas, was euch zum Nach- oder Umdenken gebracht hat? Oder fandet ihr die Antworten eher ... ?
Wie sind gespannt auf eure Antworten.



Wen dieser Beitrag jetzt super neugierig gemacht hat, kann zwischenzeitlich ... so als Überbrücken bis es hier weitergeht, auf Antonias Seite (HIER) ein wenig stöbern. Es gibt unglaublich viel zu entdecken.


Aus einem anderen Blickwinkel kann alles anders aussehen

Das heutige Interview trägt ja den 'sinnlichen' Namen "Richtigrum" 
Morgen erwartet euch dann "Verkehrtrum". 
Lasst euch überraschen und schaut wieder rein :-) (psssttt ... es gibt auch was zu Gewinnen!!!)

Nicht vergessen:

"Nashville oder das Wolfsspiel" als eBook, gibt es bis einschließlich Donnerstag (heute!!!) den 15.08.13 (ohne Gewähr) für nur 3,99 €  HIER :-)


Liebe Grüße
Becky & MacBaylie










Kommentare:

  1. Na, das ist doch mal ein ausführliches und ein etwas anderes Interview. Einen Bezug zwischen Nashville und David hatte ich bislang nie hergestellt. Außer dass sie natürlich zwei sehr außergewöhnliche Personen sind. Aber eines sind sie sicher beide: Für ihr Alter sind sie schon recht erwachsen.
    Doch ein sehr spannendes Interview. Am besten lege wir alle zusammen und spielen nur noch Lotta. Nein, Lotto. Dann gibt es doch mal einen Trailer in Spielfilmlänge:)

    Hasselnuss

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  2. Schönes Interview :-)
    Ich habs ja schon gesagt, ich freu mich sehr über dieses Special zu meiner Lieblingsautorin, bin ich wenigstens nicht die einzige, die für verrückt erklärt wird, weil man eben leider nun mal nichts daran ändern kann, dass die Figuren tun was sie tun und lassen was sie lassen.
    (Eigentlich äußerst ungerecht, das ständig auf die Autoren zu schieben - Mann, hasst uns doch bitte endlich für die Rechtschreibfehler, die sind schließlich wirklich unsere Schuld.)

    Nee, im Ernst, ich bin denen, die verreißen und über mangelde Moral maulen ja sehr dankbar, ansonsten hätte ich Antonia Michaelis nie für mich entdeckt :-)

    Bin sehr neugierig auf das Verkehrtrum-Interview morgen.

    LG Jenny


    PS: Trailer ... ich bin da ja Banause, sorry, ich schau mir Trailer meist nicht an. Nur den zur Nachtigall hab ich ständig geschaut und dann hatte ich nachts bei jedem Hundespaziergang im Wald das Lied leise im Ohr.
    Romantik armer Irren. Oder so.

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  3. Hallo und guten Morgen,

    schon eine recht ungewöhnliche Autorin, wie mir scheint....
    Das bringt einem zum Nachdenken..

    LG..Karin..

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  4. Hey Ho und danke noch mal für die Einladung zum Special, bin jetzt erst dazu gekommen, den neuen Beitrag zu lesen!
    Das Interview ist Spitze, ich finde es total sympathisch, wie locker und selbstironisch Antonia ist. :)

    Gerade zum Thema "Altersgruppen" beim Jugendbuch/All Age/ Erwachsenenbuch kann ich nur heftig nicken, als Buchhändlerin ist es für mich ein Graus, was "dazwischen" zu finden, weil manche Leute (gerade Eltern und Großeltern, die etwas für ihren ausgewachsenen Nachwuchs suchen) eine Abneigung gegen die Jugendbuchabteilung zu hegen scheinen.

    Super, das neue Jugendbuch ist schon fertig geschrieben! Aber ... erst NÄCHSTEN Herbst...?? Oh nein ... O.O
    Aber ich freu mich trotzdem wahnsinnig drauf.

    Mein Favorit für eine Verfilmung wäre übrigens die "Nachtigall". Könnte man bestimmt richtig super mit der dunklen Stimmung und morbiden Bildern arbeiten ...



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    Liebe Grüße
    Keeweekat

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    1. Die Nachtigall würde ich auch gerne als Film sehen. Naja, weiß man nie so genau, was dann daraus gemacht wird. Bei der Nachtigall habe ich meinen privaten Film schon im Kopf. Aber das ist bei allen Büchern von Antonia Michaelis so, ich liebe die feinen Beschreibungen, den detaillierten Blick auf Ungewöhnliches. Da entstehen sehr plastische Bilder im Kopf. Für mich weiß ich ganz genau wie alles ausschaut. Ich kann mich noch sehr genau an die Farben, den Wald, das Haus und alles erinnern. Da wäre ich sicher enttäuscht, wenn es anders wäre. Der Film müsste dann aber Über-Über-Länge haben.

      Hasselnuss

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  5. Das Interview finde super interessant.
    Man erfährt eine Menge über die Autorin und versteht noch besser, warum sie gerade solche Bücher schreibt. Es hört sich so an, als lebe sie ihre Bücher. Das gefällt mir.
    LG
    Julia

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