Sonntag, 14. Juli 2013

Für Niemand - Tobias Elsäßer




Broschiert: 154 Seiten
Verlag: Sauerländer; Auflage: 1., Auflage (1. März 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3794170903
ISBN-13: 978-3794170906
Empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: 12,95 €

Kurzbeschreibung (Verlag):
Drei Jugendliche, drei Schicksale. Sie kennen sich nicht, aber sie alle haben ein gemeinsames Ziel: Selbstmord. In einem Internetforum verabreden sich Sammy, Nidal und Marie, um gemeinsam zu sterben - ohne allerdings zu ahnen, dass sie beobachtet werden. Yoshua ist heimlicher Mitleser des Chats und versucht, das Ereignis zu verhindern. Tatsächlich gelingt es ihm, die Identität, die hinter den Nicknames steckt, herauszufinden. Doch was wird passieren, wenn er zum vereinbarten Treffpunkt kommt ...? Spannend und eindringlich zeichnet Tobias Elsäßer in diesem Episodenroman vier Schicksale zwischen Verzweiflung, Hoffnung und Neuanfang.

Meine Meinung:
Dieses Buch lässt mich ehrlich gesagt zwiegespalten zurück.
Einerseits bin ich begeistert, andererseits lässt es mich relativ teilnahmslos zurück.
So, wie es geschrieben ist, hätte dieses Buch, meinem Empfinden nach, ein Drehbuch sein können (auch, wenn ich keine Ahnung habe, wie ein Drehbuch auszusehen hat). Einen Film dazu könnte ich mir absolut bewegend vorstellen. Als Buch konnte es mich leider nicht ganz erreichen.
Erst im Nachhinein habe ich erfahren, dass Tobias Elsäßer Drehbücher schreibt, was mich nach dieser Lektüre allerdings nicht wunderte.

Die Geschichte wird in vielen kleinen Episoden aus Sicht der Jugendlichen erzählt. Trocken, schnörkellos und leider auch oft emotionslos. Beinahe ausnahmslos kurze abgehackte Sätze, die bisweilen wirklich eine enorme Wirkung haben, erschlagen sich hier  jedoch gegenseitig. Meiner Ansicht nach geht aufgrund der Häufigkeit die prägnante Wirkung verloren.

Sammy, Nidal, Marie und Yoshua könnten unterschiedlicher nicht sein, aber sie werden alle im gleichen Stil abgehandelt und das fand ich schade. Ihre Individualität kam so leider nicht wirklich zur Geltung. 

Mein Lieblingszitat aus dem Chat:
„Okay. dann hab ich schon was, worauf ich mich freuen kann. Ich würde jetzt gerne deine Stimme hören. Das ist der Scheiß am Chatten. Man ist irgendwie verbunden, aber doch nicht richtig. Halb einsam. Halb befreundet. Halb am Leben. Was für ‘ne  Scheiße. Schlaf gut.“ (S.80)

Fazit:
Ein leider immer aktuelles, bewegendes Thema, auf eine, für mich, nicht ganz so bewegende Art umgesetzt. Ich hätte mir mehr Individualität für die Charaktere und etwas mehr Gefühl vom Schreibstil her gewünscht.


Bewertung



Kommentare:

  1. schada dass es nicht so gut sein soll .. ;(

    LG
    Jessi

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    1. Nicht so gut ist glaube ich nicht ganz richtig. Es ist gut, aber für mich ist es etwas zu nüchtern geschrieben. Das ist ein sehr sensibles Thema und da gehört meiner Ansicht nach schon ein bisschen mehr Gefühl rein.

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  2. Schade, dass die GEfühle nicht so wirklich rüberkommen. Ich denke bei so einem Thema ist es recht wichtig nicht alles so nüchtern zu schreiben. Trotzdem klingt es ja an sich ganz gut.

    Liebe Grüße
    Vanessa

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