Dienstag, 9. April 2013

Und keiner wird dich kennen - Katja Brandis


Und keiner wird dich kennen - Katja Brandis


Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Beltz & Gelberg; Auflage: Originalausgabe (28. Januar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3407811306
ISBN-13: 978-3407811301
Empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Preis: 16,95€

Kurzbeschreibung (Verlag):
Ganz neu anfangen, alles hinter sich lassen, in eine andere Haut schlüpfen ... Was für manche ein verlockendes Gedankenspiel ist, wird für die 16-jährige Maja tödlicher Ernst. Ein packender Thriller um Identität, Stalking und die Macht des Internets. Gute Freunde, ein schönes Zuhause und den tollsten Jungen der Welt zum Freund: Nach Jahren der Angst ist Maja endlich glücklich. Bis zu dem Tag, als der Mann aus dem Gefängnis entlassen wird, der Majas Familie einst brutal terrorisiert hatte. Er schreckt auch jetzt vor nichts zurück. Die Familie muss untertauchen: neue Stadt, neue Identität, alles auf Null. Nicht mal zu Lorenzo, ihrem Freund, darf Maja, die nun Alissa heißt, Kontakt haben. Ein neuer Albtraum beginnt: Wie soll sie Freunde finden, wenn sie nur Lügen erzählen darf und schon das kleinste Partybild auf Facebook ihr Leben in Gefahr bringen kann? Und wie könnte sie Lorenzo je vergessen? Einsam, voller Wut und Sehnsucht trifft Maja eine verhängnisvolle Entscheidung …

Meine Meinung:
Mit „Und keiner wird dich kennen“ hat Katja Brandis einen hervorragenden Jugendthriller, zu einem leider immer aktuellen Thema, erschaffen. 
Die Geschichte beginnt eigentlich recht entspannt. Maja lebt mit ihrer Mutter und ihrem jüngeren Bruder in Offenbach und ist seit langem endlich mal wieder glücklich. Die schwere Zeit, die sie hinter sich hat, scheint allmählich zu verblassen. Sie hat Freunde und sie ist verliebt in Lorenzo. Doch mit einem Schlag ist alles vorbei. Ein Brief, ein Anruf und alles ist kaputt.
Robert Barsch, der Exfreund ihrer Mutter Lila, hat seine Strafe verbüßt und wird aus dem Gefängnis entlassen. Und er weiß bereits, wo Lila und ihre Kinder zu finden sind.

Mit einfachen aber sehr einfühlsamen Worten beschreibt Katja Brandis hier die Ängste und Gefühle ihrer Figuren. Wie fühlt es sich an ständig in Angst zu leben, immer auf der Hut sein zu müssen? Wie geht man mit dem Trennungsschmerz lieb gewonnener Personen um? Was bedeutet es mit absolut Nichts, außer seinen Erinnerungen, von Null anfangen zu müssen?

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich hatte es in einem Rutsch durch, weil ich es schwerlich aus der Hand legen mochte.
Alle Beteiligten waren sehr gut und authentisch ausgearbeitet. Jeder hat seine Vorgeschichte, seine Gedanken und seine Beweggründe bekommen, sodass man immer nachvollziehen konnte, was und warum sie handelten, wie sie es taten.
Das Thema ist natürlich ein sehr bedrückendes und man mag sich gar nicht vorstellen, wie es wäre, käme man selber mal in eine solche Situation. Deshalb kann ich mir auch nicht anmaßen irgendeine Handlungsweise, sei es von Lila, Maja, Lorenzo oder sonst wem zu kritisieren, denn ich habe (gottseidank) keine Ahnung, wie man sich während eines solchen Wahnsinns verhält. Zu was man überhaupt noch fähig sein kann.

Die Story ist absolut glaubwürdig. Da musste nichts aufgehübscht oder unnatürlich dramatisiert werden. Eine Geschichte, die leider genau so, jederzeit und überall, gerade in diesem Moment wieder irgendwo geschehen kann.

Mein einziger Kritikpunkt wäre die Namensgebung von Majas Mutter. Lila ... 
Zu Lila fällt mir leider ständig diese einäugige Figur aus Futurama ein, auch wenn diese Leela geschrieben wird. Immer wenn also der Name Lila fiel, musste ich einen Moment inne halten, um mich dann wieder dem Ernst der Lage widmen zu können.

Männliche Leser sollten sich nicht von dem Aufkleber (Mädchen Liebling) irritieren lassen - dieser lässt sich mühelos entfernen :-)

Fazit:
Ein spannender, sehr authentischer Jugendthriller für alle Altersgruppen. Ein Buch, dessen Thema viel Stoff zum Nachdenken bietet.


Bewertung




Kommentare:

  1. Also noch schlimmer als Lila finde ich ja Lorenzo. :D

    Sehr schöne Review! Das Buch klingt wirklich spannend; und das Cover gefällt mir auch sehr gut. :)

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    1. Naja, Lorenzo ist halt ein ganz normaler italienischer Name und passt ganz gut zu einem Halbitaliener. Aber Lila? ;-)

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