Mittwoch, 10. April 2013

Flamingos im Schnee - Wendy Wunder

Flamingos im Schnee - Wendy Wunder



Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (11. März 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442313236
ISBN-13: 978-3442313235
Preis: 17,99 €



Kurzbeschreibung (Verlag):
Campbell Cooper würde gern ein normales Leben führen, aber die Diagnose Krebs hat ihr den Alltag genommen. statt sich wie jeder andere Teenager in ihrem Alter zu vergnügen, verbringt sie Tage und Wochen im Krankenhaus. Ihre Chancen stehen schlecht, das weiß sie, und an Wunder hat sie noch nie geglaubt. Ihre Mutter ist da anders. Als diese von einer Stadt in Maine hört, in der auch die unmöglichsten Dinge wahr werden, packt sie Campbell und den halben Hausstand zusammen und macht sich auf den Weg dorthin. Und tatsächlich gibt es in Promise Merkwürdiges zu sehen: Schnee im Sommer, Regenbogen ohne Regen und eine Schar Flamingos. Doch Campbell lässt sich so schnell nicht überzeugen. Erst als sie Asher kennenlernt und langsam beginnt, ihr Leben wieder zu genießen, scheint fast alles möglich …

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich irgendwie zwiegespalten zurückgelassen und ich musste eine Weile darüber nachdenken, was ich davon halten soll.
Einerseits mochte ich Geschichte sehr gerne und andererseits hat es mich ziemlich geärgert, dass die Autorin sich vieler skurrilen, fantastischen Dinge bedient hat, um in dieser schrecklichen Hoffnungslosigkeit doch noch einen gewisses Maß an Hoffnung aus dem Hut zu zaubern.
Mir stellt sich da die Frage: Entstand die Geschichte in dieser Form vielleicht aus Rücksichtnahme auf den Leser, der dieses sehr ernste und todtraurige Thema auf diese Weise besser ertragen kann? Oder ist der Autorin vielleicht nicht das Richtige eingefallen, um realitätsnahe Hoffnung zu erzeugen? 

Natürlich sind mir die Botschaften dieser fantastischen Reise nicht entgangen, aber braucht es dazu unbedingt diesen mystischen Ort mit dem klischeehaften Namen „Promise“, oder einen Kanarienvogel, der Cam über hunderte von Meilen folgt, um sich dann von ihr abzuwenden und sich lieber von der Mutter mit Papaya bis zur Fettleibigkeit voll füttern lässt? Schnee im Sommer und all die anderen märchenhaften Sachen? 
Ich fand es irgendwie schade, denn die zu Anfang sehr realistisch geschriebene Story (Cam hat mir übrigens sehr gut gefallen) entpuppte sich in meinen Augen zu märchenhaft und unrealistisch. Ich denke, das hätte mit anderen Mitteln authentischer wirken können.

Sätze wie z.B.: „Es war, als wäre ihre Seele, wenn man denn an so etwas wie eine Seele glaubte, mit einem teuflischen Staubsauger aus ihrem Körper gesaugt worden.“(S. 244)  konnten mich hingegen ehrlich berühren.

Wer dieses Thema wählt, sollte meines Erachtens auch dazu stehen, dass es schmerzhaft ist, weh tut und wirklich jeden berührt. Hier erschien mir die Krankheit von Cam zu märchenhaft dargestellt, was mich daran hinderte, mich ganz und gar darauf einzulassen.
In diesem Fall hätte ich mir die verzweifelte Suche nach Hoffnung realistischer dargestellt gewünscht.
Krebs ist nunmal kein Ponyhof und sollte auch nicht zu einem gemacht werden. Dazu sind andere Themen wesentlich besser geeignet.

Kleine Anmerkung: Den Aufdruck „Für alle Leser von John Green - Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ sollte man geflissentlich übersehen, denn damit hat dieses Buch hier gar nichts zu tun.

Fazit:
Einerseits eine bezaubernde Geschichte, die das schwierige Thema Krebskrankheit jedoch märchenhaft verwässert. Wäre die wundersame Reise nach Promise - die Suche nach Hoffnung - auf andere Weise (nicht als reale Reise) dargestellt gewesen, hätte es mir sehr gut gefallen.


Bewertung

Kommentare:

  1. Eine sehr ehrliche, gut geschriebene Rezension. Kritik ist auch mal angebracht! Das Buch steht zwar auf meiner Wunschliste, aber ich schiebe es gerne etwas nach hinten...

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    1. Lesenswert ist es auf jeden Fall und es ist auch wirklich sehr gut geschrieben, aber gerade so ein Thema sollte den Leser doch eher aufwühlen und mitfühlen lassen und nicht in Gleichgültigkeit versinken lassen .

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