Montag, 12. November 2012

Rot wie das Meer - Maggie Stiefvater

Hallo liebe Leser,
nachdem ich nun aus einer ganz anderen Buchwelt, über die ich wiedermal "noch" nicht reden darf, wieder aufgetaucht bin (es wird grandios), kommt heute endlich meine Meinung zu "Rot wie das Meer" von Maggie Stiefvater.
Das Buch kann ich wirklich sehr empfehlen - ganz besonders natürlich allen Stiefvater Fans.
Das Hörbuch hingegen hat mir nicht gefallen. Die Kürzungen haben für mich an den falschen Stellen stattgefunden und mit der weiblichen Stimme war ich auch nicht zufrieden. Schade.
Ich fand es aber sehr interessant, Buch und Hörbuch parallel "einzuatmen". Dabei wird klar, wie unterschiedlich die Empfindungen generell sind, wenn man selber liest oder sich vorlesen lässt.
Ich kann jedem empfehlen das mal selber auszuprobieren.



Rot wie das Meer - Maggie Stiefvater





Quelle: Script5
Maggie Stiefvater
Rot wie das Meer 
Aus dem Amerikanischen von Sandra Knuffinke, Jessika Komina 
Erscheint November 2012 
Verlag: Script5
Hardcover: 432 Seiten
ISBN 978-3-8390-0147-9 
Empfohlen ab 16 Jahre
Preis: 18,95 €  


Kurzbeschreibung: (Quelle: Script5)
Jedes Jahr im November wird die Insel Thisby von Capaill Uisce heimgesucht, Meereswesen, die in Gestalt wunderschöner Pferde Tod und Verderben bringen. Schnell wie der Seewind und tückisch wie das Meer, ziehen sie die Menschen in ihren Bann.
Wie viele junge Männer der Insel fiebert auch Sean Kendrick dem Skorpio-Rennen entgegen, bei dem sie auf Capaill Uisce gegeneinander antreten. Nicht wenige bezahlen dafür mit ihrem Leben.
Das diesjährige Rennen aber wird sein wie keines zuvor: Als erste Frau wagt Puck Connolly, sich einen Platz in dieser Männerwelt zu erkämpfen. Sie gewinnt den Respekt von Sean Kendrick, der ihr anfangs widerwillig, dann selbstlos hilft. Schließlich fällt der Startschuss und auch diesmal erreichen viele Reiter nicht das Ziel.
Ihr Blut und das ihrer Capaill Uisce färben die Wellen des Meeres rot …


Meine Meinung:
Nach dem „Prolog“ (9 Jahre zuvor) weiß man schon, dass es hier nicht wie im Streichel-Zoo zugehen wird. Fleischfressende Wasserpferde, Tote, und viel Blut, welches das Meer rot färbt, lassen auf eine spannende Geschichte schließen. Wenn man dann auch noch Sattelinschriften wie: „Unsere Toten saufen Meerwasser“ liest, ist eigentlich alles klar.

Maggie Stiefvater hat wiedermal eine klasse Story zu Papier gebracht, die vom Gerüst und vom Schreibstil her, dem Beginn ihrer Werwolftrilogie gar nicht so unähnlich ist.
Abwechselnd dürfen wir Puck, die eigentlich Kate Connolly heißt, und Sean Kendrick als Ich-Erzähler begleiten, in ihre Köpfe schauen und an ihren Gedanken teilhaben. 
Es gibt auch wieder sehr viele ruhige Töne in dem Buch und ich weiß nicht, wie Maggie Stiefvater das hinbekommt mit eben diesen ruhigen Tönen so viel Spannung zu erzeugen. Manchmal ist es wirklich nur ein Wort an der richtigen Stelle oder eine Geste, die einen erschauern lässt, oder ein Tränchen ins Auge zwingt.

Auch, wenn ich jetzt nicht der übermäßige Pferdenarr bin, hat mir die Geschichte dennoch super gut gefallen, denn im Grunde geht es ja gar nicht um Pferde, sondern um außergewöhnliche Wasserwesen, deren Natur der Menschheit nicht unbedingt freundlich gesonnen ist. Und um das Leben und Bestehen auf einer recht kargen, kleinen Insel. 
Der Ort (die Insel würde ich auch gerne mal besuchen) und die Charaktere sind wunderbar, facettenreich ausgearbeitet, und auch die Nebendarsteller kommen nicht zu kurz. 
Zugegebenermaßen, gab es einige Dinge, die ich normalerweise in Büchern nicht mag, (Hier und da war es etwas kitschig, es gab diverse Wiederholungen und offene Fragen) die ich aber in dieser Geschichte einfach ausblenden konnte oder sogar als passend oder unverzichtbar empfunden habe. Wie macht diese Frau das nur???

Fazit:
Rot wie das Meer ist eine super schöne Geschichte, ruhig, traumhaft und melancholisch - laut, grausam und kraftvoll. Und wunderbar rund in ihrer Gänze.



Bewertung



Hier meine Meinung zum Hörbuch:  


Quelle: Goya libre

Dieses Mal habe ich das Buch gelesen und parallel dazu das Hörbuch gehört.
Leider muss ich sagen, dass mir das Hörbuch nicht wirklich gefallen hat.
Nicht nur, dass ich mit Maria Magdalena Wardzinska als Vorleserin nicht zurecht kam, meiner Meinung nach, wurde das Buch auch schlecht gekürzt, sodass einige Szenen, die ich als wichtig erachte, einfach fehlten oder andere verändert wurden und somit den Charakter der Geschichte verfälscht haben.
Leider ist es sehr schwierig hier ein Beispiel zu nennen, ohne zu viel von der Geschichte zu verraten.

Gerechterweise muss ich erwähnen, dass es auch nicht leicht ist dem direkten Vergleich, gekürzt und ungekürzt, standzuhalten.

Da ich aber kürzlich erst „Die Verratenen“ von Ursula Poznanski gehört und gelesen habe, weiß ich das es auf jeden Fall besser geht.

Die Stimme und die Erzählweise von Maria Magdalena Wardzinska erschien mir statisch und sehr bemüht deutlich, sodass es für mich schwierig war Emotionen rauszuhören. Da fehlte die Leichtigkeit und die Lebendigkeit. Florenz Schmidt hat mir da schon etwas besser gefallen, obwohl ich bei ihm beinahe den Eindruck hatte, dass er sich seiner Kollegin gezwungenermaßen etwas angleichen musste. Schade.
Normalerweise mag ich die Hörbücher von Goya libre (Jumbo) sehr gerne und bisher hatte ich auch mit den gekürzten Lesungen keine Probleme (ungekürzt sind sie mir jedoch noch lieber), aber diesmal kann ich mich leider nicht positiver äußern.

Daher empfehle ich in diesem Fall allen, die Interesse an „Rot wie das Meer“ haben, das Buch zu lesen.

Einen ganz lieben Dank an Script5 für das gewonnene Leseexemplar und ebenfalls ein dickes Danke an Goya libre.


Kommentare:

  1. Immer wieder schön auf Menschen zu treffen, denen Stiefvaters Schreibstil auch so liegt. Ich finde es immer wieder unglaublich, was sie mit ihren leisen Tönen so vermag ...

    Schade, dass das Hörbuch dagegen so schlecht abschneidet. Aber mir geht es oft so bei Hörbüchern (nicht wegen gekürzt sondern Sprecher), ich kann dann oft nicht folgen, schalte im Kopf immer wieder ab, weil mich die Stimmen nicht gefangen halten. Es gibt nur wenige, bei denen ich das kann ... leider

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  2. Eine wunderschöne Rezension!!
    Dieses Buch ist wirklich ein tolles Buch!!!
    LG Jan

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