Samstag, 20. Oktober 2012

Schwarz wie Schnee - Jutta Wilke


 Schwarz wie Schnee - Jutta Wilke


Quelle: Sauerländer

Broschiert: 256 Seiten
Verlag: Sauerländer
Auflage: 1 (1. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3411811412
ISBN-13: 978-3411811410
Empfohlenes Alter: 15 - 17 Jahre
Preis: 14.99 €




Kurzbeschreibung:
Als die 17 jährige Kira erwacht, findet sie sich in einem Krankenhaus wieder. Obwohl, findet, nicht die richtige Wortwahl ist, denn sie hat keine Ahnung, wer sie ist. Geschweige denn, wer die Leute sind, die um sie herum stehen. Die Frau, die sich über sie beugt sagt sie sei ihre Mutter, aber Kira kann sich einfach nicht erinnern. Auch der Unfall, den sie gehabt haben soll, ist in ihrem Gedächtnis nicht zu finden. 
Eine spannende Suche nach sich selbst beginnt.

Meine Meinung:
Mit „Schwarz wie Schnee“ hat Jutta Wilke einen ausgezeichneten Jugendroman zu Papier gebracht. 
Mit einfachen Worten vermag sie eine bedrückende Tiefe in die Geschichte zu bringen, indem sie Kira als Ich-Erzählerin agieren lässt. 
Wie fühlt man sich, wenn man sich an nichts erinnern kann? Nicht an die Mutter, nicht an Freunde, nicht an Zuhause und schon gar nicht an sich selbst.
Eine solche Situation zu beschreiben ist schon eine Herausforderung, denn schnell kann man hier ins Kitschige oder Klischeehafte abrutschen. Diese Gratwanderung hat die Autorin, meiner Meinung nach, bestens gemeistert. Kira wirkte glaubwürdig und authentisch, auch, wenn sie bisweilen etwas naiv oder nervig rüberkam. Insgesamt entpuppte sie sich jedoch als ein sehr starker Charakter, der trotz dieses unglaublichen Handicaps wusste was er wollte und dafür auch einige Unannehmlichkeiten in kauf nahm.

Längen sucht man in diesem Buch vergeblich. Gut, es sind auch nur etwas über 250 Seiten, aber jede dieser Seiten wartete mit einer ganz besonderen Spannung auf, sodass ich, einmal angefangen mit lesen, gar nicht mehr aufhören wollte. 

Zwischendurch gab es immer wieder kleine Kapitel aus einer anderen Perspektive, bei denen man sich anfangs nicht erklären kann, von wem diese sind. Das erhöhte die Spannung und die Fragezeichen in meinem Kopf um noch eine weitere Stufe, obwohl der Spannungsbogen sowieso schon auf sehr hohem Level balancierte. 

Ich muss zugeben, dass ich mich mehrfach von der Autorin hab irritieren lassen. Kaum hatte ich eine Idee, wurde diese durch neue Aktionen wieder in Zweifel gezogen. Das ging ein paar mal so. Und bis ganz zum Schluss konnte ich mir nicht sicher sein, dass nicht doch noch etwas völlig unerwartetes passieren wird. Das hat mir sehr gut gefallen.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, war die Art und Weise, wie die „üblichen“ Jugendprobleme in die Geschichte eingeflossen sind. 

Den Schluss hätte ich mir allerdings ein wenig ausführlicher gewünscht. Hier bin ich der Meinung, dass das Gleichgewicht nicht ganz gestimmt hat. Während der Anfang wirklich sehr ausführlich bearbeitet wurde, erschien mir der Schluss zu hastig. 

Fazit:
Eine intensive Geschichte, die den Leser mit einfachen Worten und tiefsinnigen Gedanken zu fesseln vermag.


Bewertung

Kommentare:

  1. ...ich liebe den Schreibstil von Jutta.
    Habe "Wie ein Flügelschlag" auch schon verschlungen.

    Sehr schöne Rezension!

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    1. Ja, sie schreibt toll.
      Und wäre das Ende ein kleines bisschen ausführlicher gewesen, hätte ich auch das fünfte Blümchen gezückt :-)

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