Mittwoch, 3. Oktober 2012

Linna singt - Bettina Belitz

Linna singt - Bettina Belitz


Gebundene Ausgabe: 508 Seiten
Verlag: Script5 (10. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839001390
ISBN-13: 978-3839001394
Preis: 18,95


Kurzbeschreibung:
Vor 5 Jahren waren Linna, Maggie, Falk, Simon und Jules noch Freunde, vereint in musikalischen Träumen und in ihrer recht erfolgreichen Band. Doch aus unerklärlichen Gründen löste Linna damals diese Band auf und damit auch das Band der Freundschaft.
Um so mehr ist Linna verwirrt, als sie eine Einladung von Maggie erhält, die Band noch einmal zusammen zu trommeln und für einen Auftritt zu reanimieren. Wohl ist ihr nicht bei der Sache und singen will sie eigentlich auch nicht mehr, aber letztendlich taucht sie doch beim Treffen auf.
Um störungsfrei proben zu können ziehen sie sich in eine abgelegene Berghütte zurück. Die musikalischen Proben gestalten sich jedoch schwierig, dafür werden die jungen Leute vom Leben auf die Probe gestellt und müssen feststellen, dass nicht nur Berge Abgründe haben. 
Irgendwie ist plötzlich alles anders als erwartet.

Meine Meinung:
Auf dieses Buch war ich so sehr gespannt. Jetzt habe ich es gelesen und bin ein bisschen traurig darüber, dass ich doch streckenweise nicht zufrieden oder sogar genervt war.
Der Anfang hat mir noch sehr gut gefallen. Es gab so viele schöne und total interessante Ansätze die nach einer richtig guten Geschichte gerochen haben, aber leider wurden sie im weiteren Verlauf immer übelriechender. Künstlich aufgebauscht, in die Länge gezogen, aufgesetzt oder unnötig dramatisiert, waren einige Attribute, die mir mehr und mehr beim Lesen durch den Kopf gegangen sind.
Ich versuche mal das etwas näher zu erläutern ohne zu spoilern:
Linna hätte mir eigentlich super sympathisch werden können (es gab viele Dinge, in die ich mich wirklich reinfinden konnte), wenn sie nicht ständig offen, sowie auch unterschwellig, in den Himmel gehoben worden wäre. Mir hätte es vollkommen gereicht, wenn einmal erwähnt wird, dass sie hübsch, intelligent, talentierte Sängerin - Zeichnerin - Boxerin ist. Wobei einer trainierten Sportlerin schon zuzumuten ist, dass sie auch bei minus 15 Grad mal ein bisschen Schnee schippt und danach nicht ins tagelange "Schlafkoma" fällt. Das Schlafkoma ist jetzt ein bisschen überspitzt, aber die Leute haben meinem Empfinden nach generell ein bisschen arg viel Zeit mit schlafen verbracht. Sind 25 jährige wirklich so wenig belastbar???  

Selbst Linnas außerordentlich soziale Ader, dass sie sehr verständnisvoll ist (selbst wenn ihr „Leid“ zugefügt wird), was sich immer mehr rauskristallisiert (obwohl sie sich anfangs schon etwas zickig gibt) hätte mir gut gefallen, wenn gerade diese Dinge nicht im Höchstmaße überstrapaziert worden wäre. 
Auch, dass ausnahmslos allen Beteiligten ein „Trauma“ aufgezwungen wurde, war mir zu viel des Guten. Hier wäre weniger mehr gewesen.
Falk war wohl noch der einzige, der mir bis zum Schluss halbwegs authentisch vorkam.
Die Auflösung, was da in der Hütte geschehen ist, fand ich auch nicht so prickelnd. Da hätte ich wesentlich mehr erwartet.

Das allerletzte Kapitel hat mir wiederum, bis auf eine Sache, die ich jetzt hier nicht nennen kann, sehr gut gefallen. Kurz, knapp und doch aussagekräftig, voller Emotion. Auch, wenn sich diese Aktion eigentlich total durchgeknallt anhört, aber ich konnte es nachvollziehen und hätte wahrscheinlich sogar ähnlich gehandelt :-)
Was die vielen verstrickten Musiktitel angeht ist es auch immer so eine Sache, weil da doch jeder einen vollkommen anderen Musikgeschmack hat. Damit kann man viel ruinieren. Viele Leser kennen die meisten Titel sicherlich nicht mal. Dieses Problem hatte ich jetzt zwar nicht, denn die Titel waren mir alle bekannt und Tubular Bells war damals sogar eine meiner Lieblingsplatten. Aber dennoch finde ich es sehr riskant so viele Titel in dieser Form einzubinden, denn auch Titel die man kennt, verknüpft jeder Leser mit eigenen Emotionen oder Erlebnissen.

Fazit:
Eine schön gedachte Geschichte, die leider von zu viel aufgebauschter Dramatik erschlagen wurde. 




Bewertung

Kommentare:

  1. Oh das hört sich nicht so begeistert an. Kann deine Kritikpunkte aber sehr gut verstehen. Obwohl ich ja von Splitterherz total begeistert bin und die Reihe weiter verfolgen möchte, konnte mich Linna singt nicht so ansprechen. :)

    LG
    Lilly

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    1. Splitterherz fand ich auch super schön ... die beiden anderen Teile konnten da aber leider nicht mehr mithalten. Schade.

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    2. Die beiden anderen Teile muss ich erst noch lesen. Ich hoffe, dass sie mir trotzdem gefallen. :)

      LG
      Lilly

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