Dienstag, 23. Oktober 2012

Kuckucksmädchen - Eva Lohmann


 Kuckucksmädchen - Eva Lohmann

Quelle: Piper Verlag




Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Piper (10. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 349205546X
ISBN-13: 978-3492055468
Preis: 16,99 €



Kurzbeschreibung:
Die 30 jährige Wanda hadert mit sich, ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft. Soll sie sich endlich binden und mit ihrem Freund Jonathan zusammenziehen und womöglich den Rest ihres Lebens mit ihm verbringen? Oder gibt es irgendwo noch eine bessere Option?
Sie beginnt das auszutesten und besucht einige ihrer Verflossenen, um nachzuschauen, ob sie sich eventuell damals schon falsch entschieden haben könnte.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mir einerseits sehr gut gefallen, mich aber teilweise auch verärgert.

Der Schreibstil ist wirklich sehr schön, emotional und eindringlich, wie ich es auch schon vom Vorgängerbuch „8 Wochen verrückt“ gewohnt war.

Mit der Geschichte selber können sich sicherlich sehr viele Frauen auf irgend eine Art und Weise identifizieren. Aber warum zum Henker muss es wieder eine 30 jährige sein? 
Wer hat Frauen nur eingeredet, dass 30 ein magisches Alter ist und, dass man bis dahin entweder glücklich ist oder die Sache mit dem Glück ein für alle male vergessen kann? Wo kommt diese Panik vor dieser Jahreszahl her? 
Unter anderem vielleicht von Büchern wie diesem, in dem die Protagonistin wiedermal 30 Jahre alt ist und natürlich von einer Lebenskrise übermannt wird.
(Mag sein, dass ich vielleicht zu empfindlich bin, aber dieses ewige Geheule vor dem 30. Geburtstag nervt mich ein bisschen und ich habe keine Ahnung, wieso sich das verbreitet wie die Pest)

Natürlich macht sich, genau wie Wanda, jeder Gedanken bevor er sich bindet, oder sollte es zumindest tun, aber selber im Weg stehen sollte man sich dabei nicht. Man kann einfach nicht alles zu Tode analysieren und eine Garantie für das ewige Glück wird man auch nicht bekommen. 
Beinahe garantiert ist jedoch, dass wenn man nie eine Entscheidung trifft oder mal was riskiert, das Leben an einem vorbeiläuft und man irgendwann all diesen nicht getroffenen Entscheidungen und nicht genutzten Möglichkeiten hinterher trauert.
Zugegebener Maßen hat Wanda hier wirklich mal was riskiert - nämlich Jonathan zu verlieren. Sie klappert einige ihrer Verflossenen ab, um herauszufinden, ob sie etwas falsch gemacht oder verpasst hat. Auch, wenn ich denke, dass dieser Test so nicht wirklich funktionieren kann, und Jonathan mir ein bisschen leid tat, fand ich gut, dass sie irgendwie versucht hat sich aus ihrem Gefühlsdilemma zu befreien.

Das Einflechten der Wohnungsauflösung bei den Großeltern hat mir sehr gut gefallen. Bei solch einer Aktion bleibt es natürlich nicht aus, in die Vergangenheit abzudriften. Dass man da auf Gedankengänge kommt, die auch Wanda plagen, finde ich sehr authentisch.
Auch, dass Wanda beginnt mit ihrem Herzen Zwiesprache zu halten, finde ich sehr passend. Wobei das ja schnell mal ins Kitschige abrutschen kann, was im Kuckucksmädchen aber nicht der Fall war.

Ich möchte hier keinesfalls den Eindruck erwecken, dass mir das Buch nicht gefallen hat. Ganz im Gegenteil. Mich ärgert nur, dass erneut die Panik der 29 jährigen vor dem 30. Geburtstag geschürt wird. Gerade als Frau sollte man doch darauf hinarbeiten, dass dieser Mythos endlich mal aus den Köpfen der jungen Damen verschwindet.

Fazit:
Eine tiefgründige und emotionale Herzensgeschichte mit kleinem Klischeehäubchen.   



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