Donnerstag, 20. September 2012

Erebos & Saeculum - Ursula Poznanski



Hallo liebe Leser,
anlässlich des im Oktober erscheinenden neuen Buches "Die Verratenen" von Ursula Poznanski gibt es heute wieder mal zwei ältere Rezensionen zu den bisher beim Loewe Verlag erschienenen Romanen der Autorin.


Erebos - Ursula Poznanski



Broschiert: 485 Seiten

Verlag: Loewe Verlag;   (2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785573618
ISBN-13: 978-3785573617
Empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Preis: 14,90 €
Auch als Taschenbuch erhältlich
Preis: 9,95 €

Big Brother is watching you!
Heute muss ich mal hoffnungslos für ein Buch (ein Jugendbuch) schwärmen, bei dem ich nicht einmal weiß, wie ich überhaupt daran geraten konnte. 
Weder gehöre ich zu der Gruppe „Jugendlich“, noch spiele ich Computerspiele in irgendeiner Form.


Kurzbeschreibung:
Zum Inhalt möchte ich diesmal nur den Klappentext erwähnen:
Erebos ist ein Spiel.
Es beobachtet dich,
es spricht mit dir,
es belohnt dich,
es prüft dich,
es droht dir.

Erebos hat ein Ziel.
Es will töten.

Meine Meinung:
Wenn man das Buch gelesen hat, weiß man, dass dieser Klappentext exakt die richtige Beschreibung für dieses Buch ist. Jedes weitere Wort wäre schon zuviel verraten.
Beginnen möchte ich mit dem Cover. Anfangs dachte ich noch naja, sieht ja ganz nett aus, aber irgendwie nix Besonderes. Nach den ersten gelesenen Seiten hatte ich plötzlich das Gefühl, dass genau dieses Cover mehr ist als es den Anschein hat. Auf einmal hatte es was Geheimnisvolles. Es sieht nicht nur abgegriffen aus, sondern vermittelt Gefühle von all den anderen „Mitlesern“. Schon ist man gefangen. Das Buch klebt förmlich an den Händen und wehrt sich dagegen zu Seite gelegt zu werden. 
Die Geschichte von Nick und seinen Klassenkameraden ist absolut spannend erzählt, was wahrscheinlich auch an den Perspektiven und den Zeitformen liegen mag. Die Geschichte an sich wird aus Nicks Sicht in der Vergangenheit erzählt. Die Spielsequenzen aus der Sicht des „Spielers“ in der Gegenwart. Tolle Mischung.
Und selbst ich, als passionierter Nichtcomputerspielspieler, habe plötzlich mitgespielt, mitgefiebert und mitermittelt. 
Die Beschreibungen der Spielsequenzen waren überzeugend und auch für Nichtspieler absolut spannend und nachvollziehbar. 
Dass alle Mitspieler sich veränderten und teilweise nicht mehr zu Schule gehen konnten, weil sie die ganze Nacht durchgemacht haben ... ich kann es verstehen, denn auch meine Augen waren fast durchgehend gerötet. :-)
In diesem Buch gab es keine Längen, nichts was auch nur ansatzweise ausschweifend oder überflüssig gewesen wäre.
Für mich persönlich gäbe es nur einen einzigen winzigen Punkt, den ich gerne etwas näher beleuchtet gehabt hätte. Was war mit Emilys Bruder?
Vielleicht Stoff für einen neuen Roman? ;-)

Fazit:
Absolut empfehlenswert gerade „auch“ für Jungs, die vielleicht nicht so gerne im Buchstabensalat wühlen. Es regt zum Nachdenken an, ohne belehrend zu wirken.  
Volle Punktzahl kann ich da nur sagen!



Bewertung





Saeculum - Ursula Poznanski


Broschiert: 496 Seiten

Verlag: Loewe Verlag ( November 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785570287
ISBN-13: 978-3785570289
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Preis: 14,95 €

Gefangen im „Mittelalter“

Kurzbeschreibung:
Fünf Tage im tiefsten Wald, die nächste Ortschaft kilometerweit entfernt, leben wie im Mittelalter ohne Strom, ohne Handy , normalerweise wäre das nichts für Bastian. Dass er dennoch mitmacht bei dieser Reise in die Vergangenheit, liegt einzig und allein an Sandra.
Als kurz vor der Abfahrt das Geheimnis um den Spielort gelüftet wird, fällt ein erster Schatten auf das Unternehmen: Das abgelegene Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll verflucht sein. 
Was zunächst niemand ernst nimmt, scheint sich jedoch zu bewahrheiten, denn aus dem harmlosen Live-Rollenspiel wird plötzlich ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit. 
Liegt tatsächlich ein Fluch auf dem Wald?


Meine Meinung:
„Saeculum“ kann sich wahrlich als würdiger Nachfolger von „Erebos“ bezeichnen.
Wie schon bei „Erebos“ zähle ich auch hier nicht wirklich zur Zielgruppe. Weder vom Alter her noch vom Thema. Okay, ich war schon mal auf einem Mittelaltermarkt, aber damit hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf.

Ursula Poznanski hat das Talent, den Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln und zu begeistern - eben auch für Themen, mit denen man ansonsten nichts zu tun hat. Großartig.
Langsam führt sie einen in die Geschichte und die Thematik ein, ohne dabei so weit auszuschweifen, dass es langweilig werden könnte. 
Diesmal ist es Bastian, der ebenfalls keine Ahnung hat, wie so eine Convention abläuft, der aber Sandra zuliebe, dem Mädchen in das er sich verliebt hat, mitmachen möchte. Auf diese Weise erfährt der Leser alles, was er wissen muss.
So zieht sich das durch‘s gesamte Buch. Auftauchende Fragen werden von Teilnehmern, die übrigens auch sehr authentisch und facettenreich dargestellt sind, glaubwürdig beantwortet. Da braucht es keinen allwissenden Erzähler oder ähnliches. Man ist als Leser einfach mittendrin (*grusel*). So kann man auch den ein oder anderen kleinen Logikfehler bestens verschmerzen.

Die Person, vor der es mich persönlich am meisten gruselt ist Bastians Vater. Und das, obwohl er eigentlich nicht so oft erwähnt wird. Aber entscheidet selbst.

Die einzelnen Abschnitte sind zusätzlich mit jeweils einer schwarzen Seite abgegrenzt. Darauf befinden sich Dialoge, die man anfangs nicht unbedingt zuordnen kann und die zu allerhand Spekulationen einladen, am Ende jedoch Klarheit bringen. Das hat mir sehr gut gefallen.
Auch der Schluss birgt noch einige Überraschungen. Wie gesagt - spannend von Anfang bis Ende.

Ein kurzes Wort noch zum Cover, das ja wohl der totale Knaller ist und passender nicht hätte sein können.

Fazit:
Eine grandiose Geschichte, die verschiedenste menschliche Abgründe zu Tage bringt und doch zeigt, dass es immer wieder einige Leute gibt, die trotz äußerst widriger Umstände auf dem Teppich bleiben.

Bewertung

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