Montag, 25. Juni 2012

Scheiß Liebe - Brinx/Kömmerling


Scheiß Liebe
Thomas Brinx & Anja Kömmerling



Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Carlsen Verlag GmbH; Auflage: 1 (Juli 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551359911
ISBN-13: 978-3551359919
Empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Preis: 7,95 €


Kurzbeschreibung:
Die 13 jährige Lene lebt mit ihrer drei Jahre älteren Schwester Rose, ihrem Schweinchen Lulu und ihren Eltern, recht ländlich, auf einer alten Tankstelle.
Bei einem familiären Grillfest findet Lene in Papas Jackentasche einen gelben unscheinbaren Zettel, der ihre kleine heile Welt auf den Kopf stellt und ihr so manches abverlangt.

Meine Meinung:
„Scheiß Liebe“ ist sicher ein Ausspruch, den jeder mindestens einmal in seinem Leben tätigt und das, obwohl Liebe doch eigentlich das schönste Gefühl der Welt ist. Aber Liebe kann eben auch schrecklich weh tun, vor allem wenn sie einseitig ist, oder nicht gepflegt wird.

In Lenes Fall geht es um die Liebe ihrer Eltern, die augenscheinlich vorbei sein soll, was Lene aber mit ihren 13 Jahren nicht akzeptieren kann und will. Sie versucht alles mögliche, um sich ihr „Alles wird wieder gut“ zu bewahren. Sie organisiert Treffen ihrer Eltern, vermittelt und gibt sich alle Mühe alles irgendwie hinzubekommen. 
---"Ich habe mal gehört, dass Liebe nicht einfach so weggeht."--- S.92
Ihre Schwester Rose hingegen macht total zu. Will den Vater nicht mehr sehen, zieht sich immer mehr zurück und landet schließlich in den Armen des unbeliebtesten Jungen der Stadt. Dante ist mysteriös, unkonventionell und anders. Vielleicht ist es gerade das, was sie so anzieht, weil sie nun auch anders ist ... so ohne Familie.
Brinx/Kömmerling beschreiben sehr einfühlsam und auf besonders bezaubernde Weise, aus Lenes Sicht, alle Seiten einer Trennung. Leider ein immer aktuelles Thema.
In Lenes jugendlicher Unbefangenheit meint sie, sich um alles kümmern zu müssen, alles zusammen halten zu müssen und alle irgendwie verstehen zu müssen, was wahrlich nicht einfach ist. Trost spendet ihr meist nur ihr kleines Schweinchen Lulu, weil alle anderen zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind.
(In diesem Buch ist sogar das Schwein authentisch - man lebt halt ländlich. Für Stadtkinder könnte man es auch gegen einen Hund oder eine Katze austauschen)
Trotz der ernsten Thematik hält die Geschichte auch lustige und heitere Sequenzen bereit, aber eben auch sehr traurige.   
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, unter anderem, weil niemandem die alleinige Schuld zugesprochen wird, denn jeder hat seine ganz persönlichen Gründe so zu handeln, wie er es tut. Auch sensibilisiert die Geschichte den Leser für die Meinungen und Beweggründe anderer Menschen. Was für einen selber richtig und gut ist, muss für einen anderen nicht auch zwangsläufig der richtige Weg sein.
Fazit:
Eine sehr empfehlenswerte Geschichte für jung und alt.
Für junge Leser, die vielleicht ähnlich betroffen sind um die Hoffnung zu schöpfen, dass es immer irgendwie weiter geht, auch wenn es hoffnungslos erscheint.
Für ältere Leser zum besseren Verständnis, wie Kinder und Jugendliche sich fühlen, wenn ihnen der familiäre Boden unter den Füßen weggezogen wird.


Bewertung

Kommentare:

  1. Ein tolle Rezension :) Das Buch landet jetzt auf meine Wunschliste :) Liebe Grüße

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  2. Klasse Rezi!!!
    Sehr unterhaltsam und gut geschrieben. Das Buch klingt echt gut. Auch mal ein schönes Geschenk. Danke für den Tipp!

    LG
    Lilly

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  3. Danke! Danke das du immer dafür sorgst, dass meine Wunschliste länger wird :-)

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