Montag, 2. April 2012

Wir zwei allein - Matthias Nawrat

Wir zwei allein - Matthias Nawrat 



Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Nagel & Kimche (27. Februar 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3312004973
Preis: 17,95 €




Kurzbeschreibung:
Der namenlose Ich-Erzähler ist beinahe 30 Jahre alt, hat sein Studium abgebrochen und fährt Gemüsekisten durch den Schwarzwald. Eigentlich gefällt ihm sein Leben so wie es ist. Er fährt täglich die Serpentinen und Pässe seiner wirklich schönen und ländlichen Heimat entlang und hat reichlich Zeit zum fabulieren. 
Dann jedoch trifft er in seiner Stammkneipe auf Theres. Die junge Frau ist Künstlerin, so anders, scheint unnahbar. Sie übt eine Anziehungskraft auf ihn aus, der er sich nicht entziehen kann und sein ganzes Leben steht plötzlich Kopf.

Meine Meinung:
Soweit so gut. Nun könnte man annehmen, es folgt eine berauschende Liebesgeschichte. Vielleicht ist es das sogar, aber ich hatte doch meine Probleme damit. 
Matthias Nawrat geizt nicht mit Metaphern, die auch wirklich wunderschön sind, aber mir schlussendlich doch zu viele waren. Vielleicht war mir auch nur der Ich-Erzähler zu verkorkst. Rückblickend würde ich sagen, dass nicht ein einziges vernünftiges Gespräch geführt wurde. Es gab „Wörtliche Rede“ ohne Anführungszeichen, Ein- und Zweiwortsätze, vermischt mit Fantasien und Gedanken, denen ich nicht wirklich folgen konnte. 
Das Gleiche geschieht aber auch bei den anderen Figuren wie z.B. seinem Chef, beim Wirt ... , die noch erwähnt werden. (Keine vernünftigen Gespräche, keine wirkliche stilistische Abgrenzung)
Theres gefiel mir dabei noch am besten, sie hinterfragt zumindest mal einige Dinge und macht sich bisweilen halbwegs realistische Gedanken. Im Endeffekt aber auch nicht unbedingt hilfreich für eine ernstzunehmende Beziehung. 

Ich versuche meinen Eindruck mal so zu erklären: Auf der einen Seite könnte man annehmen, der Ich- Erzähler berichtet reines Wunschdenken oder vielleicht auch etwas Erlebtes vermischt mit Fantasie - dafür war es aber nicht fantastisch genug. Zeitweilig hatte ich den Eindruck, unser Erzähler könnte vielleicht sogar in einer Psychiatrischen Anstalt wohnen und mit diesem Aufschreiben seiner Geschichte irgendetwas verarbeiten.
Auf der anderen Seite könnte es auch alles realistisch sein (keine Ahnung ob es solche Menschen gibt) dafür waren mir dann aber zu viele chaotische Fantasien vorhanden.
Mir fehlte ein bisschen die Abgrenzung zwischen Wirklichkeit und Fantasie.
Fazit:
Ein Buch, das ohne jeden Zweifel zum Nach- und Mitdenken anregt, es sogar erfordert. Meiner Meinung nach gibt es hier eine Vielfalt an Interpretationsmöglichkeiten, die jeder für sich selber herauslesen sollte.
Ein Buch über „Liebe“ (vielleicht auch nur vermeintliche Liebe), Verzweiflung, Wunschdenken, Bindungsängste und Unentschlossenheit. Sprachlich wunderschön, aber ebenso verwirrend.





Bewertung

1 Kommentar:

  1. Echt schön geschriebene Rezi. :)
    Ich finde das Buch klingt interessant. Mal sehen ob ichs auch lesen werde.

    LG
    Lilly

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