Freitag, 3. Februar 2012

Das Lied der Träumerin - Tanya Stewner


Das Lied der Träumerin - Tanya Stewner



Gebundene Ausgabe: 388 Seiten
Verlag: Fischer Fjb; Auflage: 1 (10. März 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841421166
Empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: 16,95 €
Kurzbeschreibung:
Als Jana 18 Jahre alt ist, stirbt ihr Vater an Krebs. Mit ihm fühlte sie sich verbunden, denn er lehrte sie die Liebe zur Musik, und die englische Sprache. Die Sprache, die man in London, der Stadt - in der Träume wahr werden, spricht,  die in dem Land liegt, aus dem ihr Vater ursprünglich stammte. 
Nach dem Tod des Vaters wird das Verhältnis zu ihrer Mutter Erika immer schlechter, denn insgeheim macht Jana ihre Mutter dafür verantwortlich, dass ihr Vater ein mittelmäßiges Leben leben musste und er wahrscheinlich sogar daran gestorben sein könnte.
Sie möchte nicht so enden. Sie möchte kein mittelmäßiges, stupides Leben, und auch nicht Juristin werden, wie es ihre Mutter für sie vorgesehen hat. Also macht sie sich eines Tages ohne großartige Verabschiedung  auf den Weg nach London, um ihren Traum zu verwirklichen. Den Namen Jana lässt sie auch in Deutschland zurück und benutzt ab sofort ihren zweiten Vornamen Angelia, den ihr Vater ihr gab. 
Eine aufregende Reise in ein neues Leben beginnt. 

Meine Meinung:
Eigentlich wollte ich nur mal kurz die ersten Seiten lesen, da ich gerade noch mit einem anderen Buch beschäftigt war. Das Ende vom Lied war dann aber, ich konnte „Das Lied der Träumerin“ nicht mehr weglegen, bis ich es zu Ende gelesen hatte.
Ich muss zugeben, ich hatte etwas völlig anderes erwartet, denn das Cover suggeriert doch eine kindliche, fluffige, mädchenhafte Romanze. Aber es kam alles ganz anders. 
Es geht nicht „nur“ um den Traum einer Musikerin berühmt zu werden. Es geht um eine Lebenseinstellung, und wie man sie finden kann. Es geht um Gefühle, mal ganz zart und auch knall hart. Um Liebe, Hass, Gewalt, Hörigkeit. Unentschlossenheit, Mitgefühl und Verständnis. Poesie, Drama, Sehnsucht, Leidenschaft ...
Eben um alles, was das Leben so zu bieten hat.
Zum einen finde ich den Schreibstil absolut schön. Voller Emotionen, sehr verständlich und doch ungemein tiefgründig in allen Bereichen. 
Dann war ich fasziniert von Jeremy (den hätte ich auch gerne kennen gelernt), was jetzt in diesem Fall nichts mit der üblichen Klischeegeschichte: „Frauen stehen auf böse Buben“ zutun hat. 
Hier hat mich fasziniert, wie er Angelia, mehr oder weniger in kürzester Zeit, eine völlig neue Sichtweise ermöglicht (beigebracht wäre der falsche Ausdruck) hat. Die Art und Weise, wie er das macht. Er sagt ihr nicht was und wie sie denken oder handeln soll, sondern pflückt mit ihr die Probleme auf eine wunderbare Weise auseinander und lässt sie selber auf eine Lösung kommen.
Es geht um so vieles. Sie ist in der kurzen Zeit so gereift,  wofür viele andere wahrscheinlich ihr ganzes Leben lang brauchen, oder es vielleicht sogar nie hin bekommen. Was jetzt nicht bedeutet, dass ich Angelias Entwicklung unrealistisch werte, ganz im Gegenteil.
Angelia war mir auch von Anfang an sympathisch und ich habe mich riesig gefreut, als sie mit dem Mythos aufräumt : Träumer sind Träumer, weil sie den ganzen Tag faul in der Gegend rumliegen, sich um nichts kümmern und dumm grinsend vor sich hinvegetieren. 
Das Gegenteil ist der Fall. Träumer sind Menschen die Freude am Leben haben, sich an Kleinigkeiten erfreuen und oft sogar hart arbeiten, um ihren Traum (was immer das auch sein mag) wahr werden zu lassen. 
Angelias Geschichte macht das auch deutlich.
Wenn man nur ein bisschen von den „persönlichen“ Ambitionen der Figuren abrückt und bei sich selber nachschaut, wird sicher jeder Leser etwas finden, um sich mit Angelia, Josh, den anderen ... oder sogar mit Jeremy identifizieren zu können, was einen dann umso mehr an das 
Buch fesselt. 



Super schön und passend sind auch die Zitate und Musiktitel, die der Geschichte eine wahnsinnig emotionale Tiefe verleihen, und in Verbindung einfach nur unter die Haut gehen.



Ich bin heilfroh, dass ich dieses Buch gelesen habe denn es hat mich in vielen meiner Ansichten bestärkt. 
Man muss nicht alles können oder wissen, es muss nicht immer alles glatt laufen, es ist nicht alles wie es scheint, denn das Leben besteht aus unendlich vielen Facetten, die auch nicht immer schön sind ... aber, um richtig leben und fühlen zu können, sein müssen.
Das Wichtigste ist einen Weg zu finden, oder zumindest die Ahnung zu haben, wo man ihn finden kann, damit umzugehen.

Fazit:
Ein wunderbares Leseerlebnis nicht nur für Träumer. Tiefgründig und unendlich emotional.



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