Freitag, 10. Februar 2012

Ashes - Ilsa J. Beck



Ashes - Ilsa J. Beck







Ashes – Brennendes Herz, Band 1
Autor: Ilsa J. Bick
Verlag: EGMONT INK
Erschienen: August 2011
Gebundene Ausgabe
Seiten: 502
ISBN: 978-3-86396-005-6
Empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Preis: € 19,99






Was passiert, wenn uns der Strom ausgeht?
Menschen verwandeln sich in wahre Monster.
Eine ganze Weile habe ich überlegt, wie ich diese Rezension beginnen soll und ich habe entschieden, es nicht mit dem Klappentext zu tun, denn der ist meiner Meinung nach zu „ausführlich“ (und in einem Punkt auch nicht ganz richtig). Zwar erfährt man dort genau genommen nur Umrisse der Geschichte,  (die Autorin schafft es aber erfreulicherweise dennoch die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite aufrecht zu erhalten), aber meines Erachtens hat dieser Text   dem  Geschehen zu weit vorgegriffen. 
Der Punkt, den ich oben angesprochen habe, der nicht ganz richtig ist, ist die „Liebe“ zu Tom. Von Liebe kann hier noch nicht die Rede sein. Man hat einiges miteinander erlebt und vielleicht auch den ein oder anderen verirrten Schmetterling im Bauch (obwohl es nicht mal wirklich Schmetterlinge waren) aber mehr gibt es in diesem 1. Band noch nicht. Vielleicht erfahren wir mehr in der Fortsetzung.
Wer also hier eine schnulzige Lovestory erwartet wird mit „Brennendes Herz“ wahrscheinlich nicht glücklich werden und vielleicht auf die nächsten Bände hoffen müssen ;-)
Das Szenario, das die Autorin in ihrer Geschichte beschreibt, wirkt absolut düster und angsteinflößend und doch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass so etwas wirklich geschehen könnte. Zum größten Teil jedenfalls. Wenn man sich mal ansieht, in welchen Situationen, die nüchtern betrachtet weitaus weniger dramatisch sind,  Menschen schon komplett ausrasten, morden, plündern und nicht mehr unter Kontrolle zu bekommen sind, wirkt nicht mal die Variante der „zombiähnlichen“ Jugendlichen all zu weit hergeholt.
Ich will nicht verschweigen, dass es auch zu recht blutigen und einigen unappetitlichen Szenen kommt. Zartbesaitete Leser sollten sich dessen bewusst sein, bevor dieses Buch beginnen, und all zu junge Leser sollten die Geschichte vielleicht besser nicht ganz alleine lesen. Aber wie heißt es so schön? Das Leben ist kein Ponyhof und in Ausnahmesituationen erst recht nicht.
Der Leser erlebt all das aus Alex‘ Sicht. Was mir hier besonders gefallen hat ist, dass Alex nicht als Ich-Erzählerin auftritt und dennoch alle Gefühle sehr realistisch und authentisch transportiert werden. Sie erscheint als sympathischer, glaubhafter Charakter und man begleitet sie gerne. 
Auch die anderen Figuren kommen nicht zu kurz. Anhand vieler lebendiger Dialoge wird man auch mit ihnen und deren Gefühlswelt vertraut gemacht. Da bedarf es nicht mal einem Perspektivwechsel. Das finde ich eine grandiose Leistung.
Egal, ob es um Ellie geht, die mit ihren 8 Jahren sehr anstrengend erscheint, oder um Tom den Soldaten, der der schwer mit sich und seinem Soldatenleben zu kämpfen hat, oder um all die anderen. Sie alle sind detailliert ausgearbeitet, ohne dabei überzeichnet, oder unrealistisch zu wirken. 
Die Geschehnisse im Dorf Rule (der Name ist übrigens äußerst passend) werden ebenfalls sehr authentisch dargestellt. Es gibt Geheimnisse, seltsame Verbrüderungen und bei all den aufgestellten Regeln natürlich auch Rebellen, die auf ihre Chance warten, eben jene Regeln zu ändern.
Ich bin beinahe geneigt, Frau Bick zu meiner ganz speziellen Cliffhanger-Königin zu ernennen, denn beinahe jedes der 69 kurzen Kapitel endet mit einem solchen, sodass dem Leser eigentlich gar nichts anderes übrig bleibt, als das Buch - sofern es die Zeit erlaubt - in einem Rutsch zu Ende zu lesen :-)
Fazit:
Ein absolut lesenswertes Buch für alle Fans von düsteren Geschichten, Endzeitromanen, Dystopien, Thrillern und Liebesgeschichten (wobei die Liebesgeschichte in diesem 1. Teil noch etwas kurz kommt)
Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung, die laut Verlag aber leider erst im kommenden Spätsommer erscheinen wird.



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