Dienstag, 24. Januar 2012

Über mir der Himmel - Jandy Nelson






                                                                                                                            
Originaltitel: The Sky is Everywhere
Originalverlag: Penguin USA
Übersetzt von Catrin Frischer
       Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
       Deutsche Erstausgabe
       Sprache: Deutsch
       Erschienen: 23. August 2010
       ISBN-13: 978-3570138779
       Empfohlenes Alter: 12 - 13 Jahre
       Preis: 14,95 €
Verlag: cbj 
Die Autorin:
Jandy Nelson hat Lyrik und kreatives Schreiben mit dem Schwerpunkt Kinder und Jugendliteratur studiert. Nach ihrem Studium war sie viele Jahre lang als literarische Agentin tätig und veröffentlichte nebenher erste Gedichte. „Über mir der Himmel“ ist ihr erster Roman. Jandy Nelson lebt und arbeitet in San Francisco.
Kurzbeschreibung:
Dieses Buch erzählt die Geschichte der siebzehnjährigen Lennie Walker, die bis vor vier Wochen ein relativ unbeschwertes Leben als kleine Schwester geführt hat. Mit dem Tod ihrer zwei Jahre älteren Schwester Bailey verändert sich alles. Wie soll sie allein weiterleben? Wie mit ihrer Trauer umgehen? 
Vollkommen aus der Bahn geworfen kapselt sie sich zunächst von allem ab. Will und kann mit niemandem reden. Ihre Mutter, die vor sechzehn Jahren abgehauen ist, scheidet sowieso aus, und ihre Großmutter und Onkel Big, bei denen sie wohnt versuchen zwar alles mögliche, dringen aber nicht zu ihr durch. Erst bei Toby, der fataler Weise Baileys große Liebe war, findet sie Trost, denn er liebte Bailey genauso, wie sie selbst. Zu ihrer Trauer gesellen sich nun auch noch Schuldgefühle. Als dann auch noch Joe, ein neuer Schüler und leuchtender Stern, an ihrer Schule, auftaucht ist das Chaos perfekt.
Meine Meinung:
Ich muss zugeben, dass ich mit einer großen Portion Skepsis an dieses Buch herangegangen bin. Ein Thema wie dieses in der ICH-Perspektive und dann auch noch im Präsens zu lesen ... erschien mir schwierig. 
Die ersten Seiten haben mich jedoch schon überzeugt, dass Jandy Nelson hier einen wunderbaren Debütroman abliefern wird, und, dass sie genau weiß was sie tut.
In einer exzellenten Sprache fließen die Worte nur so dahin und lassen den Leser von Seite zu Seite schwebend an Lennies Gefühlen teilhaben - in sie eintauchen. Es entstehen Bilder, von wunderschönen Metaphern untermalt. 
Wenn man ab und an mal einen Satz zweimal liest, dann nicht, weil der Schreibstil eventuell stockend oder unrund ist, sondern weil man sich einige Bilder einfach öfter anschauen möchte.
Lennie ist chaotisch, traurig, sensibel, wütend, verwirrt, verliebt ... All das wird absolut einfühlsam und glaubwürdig rübergebracht. Es macht einfach Spaß, sie auf ihrem schwierigen Weg, zu sich selbst, zu begleiten. Mit ihr, all die Höhen und Tiefen zu erleben. (Auch wenn es zeitweise ziemlich traurig ist)
Sehr schön finde ich auch die Gedichte, die Lennie zu jedem Kapitel auf die kuriosesten Dinge schreibt und dann versteckt, an Bäume hängt oder wegwirft (Sowas in der Art hat doch jeder schon mal gemacht, oder?). Ich habe mich (deshalb) gefragt, was am Ende mit all diesen Gedichten passiert und gehofft, dass meine Erwartung nicht enttäuscht wird. Wurde sie nicht! :-)
Zwar ist „Über mir der Himmel“ als Jugendbuch (Alter 12-13 Jahre) deklariert, ich kann es jedoch durchaus auch älteren Lesern empfehlen. Sei es drum, sich zu erinnern, wie man selber in dieser Zeit mit all seinen Gefühlen umgegangen ist.
Dieses Buch hat mich sehr berührt, und weil ich weiß, dass problembehaftete Geschichten es bei den Jugendbüchern nicht immer leicht haben, möchte hier noch einmal besonders darauf aufmerksam machen.
Fazit:
Eine zauberhafte Geschichte über Tod, Trauer, erste Liebe und Hoffnung, die besonders den jungen Lesern deutlich macht, dass man in Extremsituationen durchaus auch mal extrem reagieren kann und darf, und, dass manche Situation es sogar vermag, aus einem Beistellpony ein Rennpferd hervorzubringen. :-) 


Wertung




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