Montag, 16. Januar 2012

Retrum - Francesc Miralles



Retrum - Francesc Miralles







Broschiert: 345 Seiten
  • Verlag: Loewe Verlag; Auflage: 1 (Januar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785570384
  • ISBN-13: 978-3785570388
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre





Die schlimmste Armut ist Einsamkeit und das Gefühl, 
unbeachtet und unerwünscht zu sein.
Mutter Teresa
Das ist nur eins von unzähligen Zitaten, die den verschiedenen Kapiteln übergeordnet sind und es beschreibt Christians Gefühlswelt perfekt.

Kurzbeschreibung:
Seit Christian seinen Zwillingsbruder bei einem Motorradunfall verloren hat, an dem er selbst nicht unbeteiligt war, hat er sich verändert. Er fühlt sich einsam, schuldig, unbedeutend. 
Seine Mutter hat die Familie verlassen und sein Vater hängt seiner eigenen Trauer nach, Freunde hat er nicht. Will er auch nicht.
Als er sich wiedermal auf dem Friedhof rumtreibt, trifft er ein paar seltsame Gestalten, die scheinbar seine Neigung für Friedhofsbesuche teilen. Sie tragen schwarze Kleidung und sind kalkweiß im Gesicht, „Die Blassen“
Da er sich sonst mit niemandem austauschen kann, schließt er sich, nachdem er das Ritual der Blässe überstanden hat, dieser Gruppe von Jugendlichen, die sich „Retrum“ nennt, an - verliebt sich sogar in eins der Mädchen. Aber alles kommt anders, als er es je erwartet hätte.
Meine Meinung:
Christian ist ein sehr authentisch wirkender Charakter. Nach dem, was ihm passiert ist, kann man durchaus gut verstehen, dass er sich abkapselt, einigelt, melancholisch wirkt und sich teilweise auch melodramatisch in Selbstmitleid suhlt. Da kommen Alexia, Lorena und Robert (Die Blassen) gerade recht, denn auch sie sind „anders“ und scheinen wirkliches Interesse an Christian zu haben. Nur welche Ziele verfolgt diese Gruppe? Wer sind sie eigentlich?
Bei den „Blassen“ passt der Name nicht nur äußerlich. Sie erschienen mir ein wenig zu blass. Hier hat der Autor sich sehr mit Beschreibungen und Hintergründen zurückgehalten. Wahrscheinlich, oder besser gesagt hoffe ich es, erfährt man im nächsten Buch etwas mehr über sie. 
Bei all der Düsternis hat Fancesc Miralles aber auch die helleren Momente nicht vergessen. So erscheint noch Alba auf der Bildfläche. Sie versucht mit allen Mitteln Christian aufzuheitern und ihn für sich zu gewinnen. Leider stürzt dieser Umstand den Jungen in ein weiteres Dilemma, denn er hat ein Auge auf die geheimnisvolle Alexia geworfen. 
Mir hat es sehr gut gefallen, dass die Geschichte relativ sachte beginnt und sich dann stetig steigert. Ich denke, dass es die richtige Wahl war, erst einmal ein Gefühl für Christian zu erzeugen, um den Leser dann Stück für Stück weiter in die Geschichte zu ziehen. Das ist dem Autor sehr gut gelungen. Ab einer gewissen Stelle kann man nicht mehr aufhören mit lesen, bis man das Ende erreicht hat. Der flüssige, leicht verständliche Schreibstil und die kurzen Kapitel machen dies dem Leser zusätzlich leicht.
Ein kurzer Satz noch zur Aufmachung des Buches:
Eigentlich spricht das Cover ja für sich. Ein absoluter Hingucker. Die Farben, der schwarze Buchschnitt; und auch das Innenleben des Buches ist wunderschön und sehr passend gestaltet. Total klasse! 
Und wer noch mehr über „Retrum“ erfahren möchte kann sich zusätzlich auf : www.retrumfans.de  umsehen.


Fazit:

Francesc Miralles hat hier eine wunderbar düstere Geschichte geschaffen, die Lust auf mehr macht. 
Ich werde auf jeden Fall auch den nächsten Teil lesen.








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