Samstag, 21. Januar 2012

Nacht, komm! - Agnes Hammer

Hallo liebe Leser,

da ich mit meiner aktuellen Lektüre "Zirkel" im Moment relativ langsam voran komme (die Nase trieft und die Augen tränen ohne unterlass) werde ich wohl als nächstes: "Regionalexpress" von Agnes Hammer lesen. Aus diesem Anlass stelle ich heute die Rezension von "Nacht, komm!" ein.

Nacht, komm! - Agnes Hammer


  • Broschiert: 285 Seiten
  • Verlag: Script5 (1. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3839001250
  • ISBN-13: 978-3839001257
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
  • Preis: 12,95 €




Kurzbeschreibung:
Lissy kann einem eigentlich nur leid tun. Der Vater obdachloser Alkoholiker, die Mutter kaufsüchtig, und sie selbst muss Sozialstunden im Altenheim ableisten. Da kann ich auch nachvollziehen, dass Lissy, nachdem sie endlich ihren vermeintlichen Traumprinzen kennen gelernt hat und er sich scheinbar auch sehr für sie interessiert, sofort zur Sache kommt. Ich denke, ihr hat die Bestätigung gefehlt ein liebenswertes Geschöpf zu sein, denn wenn man sich als Teenager mehr um seine Eltern kümmern muss, wo es doch eigentlich anders herum sein sollte, kann man schon mal das Wesentliche aus den Augen verlieren.
Dass ihr Traumprinz Daniel nun ausgerechnet der „Ex-Freund“ ihrer Arbeitskollegin  Nele ist, wird ihr schnell zum Verhängnis, denn Nele wird nach einem Streit mit Lissy tot im Altenheim, in dem sie arbeitet, aufgefunden. Was liegt da näher, als Lissy zu verdächtigen. 
Bei der Polizei wird Lissy dann auch nicht gerade mit Samthandschuhen angefasst und bei den Verhörmethoden liegt so einiges im Argen, sodass Lissy eigentlich gezwungen ist, die Aufklärung von Neles Tod selbst in die Hand zu nehmen.
Meine Meinung:
Den Schreibstil finde ich sehr passend und angenehm. Ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen, dabei lese ich normalerweise recht langsam. Die kurzen prägnanten Sätze bringen Fahrt in das Geschehen und verdeutlichen, dass Lissy mehr oder weniger gehetzt dafür sorgen muss, nicht selbst in der Schusslinie der Polizei festzustecken. Mir hat das sehr gut gefallen.
Als Thriller hätte ich das Buch wahrscheinlich, wie einige Rezensenten vor mir auch, nicht ausgewiesen, dazu ist vieles doch viel zu vorhersehbar und vor allen Dingen auch zu Nachvollziehbar. Für mich war es eher eine Milieustudie mit Krimi-Elementen. Mag aber sein, dass ich das aus der Sicht eines Erwachsenen auch falsch einschätze. Handelt es sich doch um einen Jugendthriller.
Im Bezug auf Jugendliche hat mir aber gut gefallen, dass deutlich gemacht wurde, dass man Liebe auch ganz gerne mit sexueller Hörigkeit verwechseln kann. Ist es doch oft so, dass gerade Jugendliche, die sich von ihren Eltern nicht verstanden, geliebt oder überfordert fühlen, ihre Entbehrungen in sexuellen Eskapaden suchen und diese Nähe dann mit Liebe und Zuneigung verwechseln.

Einige Details hätte ich gerne etwas ausführlicher beschrieben gehabt, aber vielleicht finden sich diese auch  im Vorgängerbuch: "Herz, klopf!"

„Nacht, komm“ habe ich im Rahmen einer Leserunde gelesen und es hat mir so gut gefallen, dass ich auch den Vorgänger „Herz, klopf“ lesen möchte, um die Protagonistin Lissy noch ein bisschen besser kennen zu lernen. Zwar kann man sich anhand dieser Geschichte gut ausmalen, was Lissy dazu bewogen hat aus der Bahn zu geraten, aber ich würde es dennoch gerne nachlesen.

Über einen Nachfolger mit Lissy würde ich mich freuen. :-)
Fazit:
Eine spannende Geschichte, sozialkritisch und gefühlvoll.












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