Samstag, 28. Januar 2012

Die Worte der Weißen Königin - Antonia Michaelis


Die Worte der Weißen Königin - Antonia Michaelis




272 Seiten · gebunden
Für Jugendliche und Erwachsene
EUR 14,95 
ISBN-13: 978-3-7891-4291-8
Erschienen im August 2011
Oetinger 




Kurzbeschreibung:
Lion lebt mit seinem Vater in einem kleinen Dorf an der Ostsee. Die Verhältnisse dort sind recht ärmlich. Eine Mutter gibt es schon lange nicht mehr. Sie hat die beiden vor vielen Jahren verlassen, um ihr Glück im Westen zu suchen.
Lion liebt seinen Vater sehr, denn er allein ist es, der ihm alles beibringt, für ihn da ist und ihn mit Essen und Kleidung versorgt.
Als die beiden eines Tages auf der Suche nach einer weggelaufenen Ziege zwei Seeadler entdecken und Lions Vater auf eins der Tiere schießt, bekommt die Beziehung schon einen leichten Knacks. Lion nennt das:
Zitat:
„Als wäre da eine Hecke gewachsen, durch die man sich schlecht unterhalten konnte.“
Diese Hecke wird noch dichter, als Lion in einem Nachbardorf die Geschichten einer alten Frau, die er die weiße Königin nennt, hört. Er verliebt sich in ihre Worte und will immer mehr davon hören. Sein Vater allerdings will von diesem Unsinn nichts wissen. Worte machen nicht satt. 
Als Lions Vater dann auch noch seinen Job bei der Werft verliert, gerät alles aus dem Ruder. Er betrinkt sich immer öfter und lässt seine Wut und seine Hilflosigkeit an Lion aus. Wird immer gewalttätiger. 
Für Lion ist aber nicht sein Vater der Schuldige, sondern der schwarze König, der Besitz von ihm ergriffen hat. Lange kann er sich damit trösten und bleibt. Doch eines Tages, als es wieder mal besonders schlimm ist, hält er es nicht mehr aus und flüchtet in den Wald, und in den Gedanken, die weiße Königin könne ihn retten, wenn er sie nur finden würde. Eine sehr aufregende und bewegende Reise beginnt.
Meine Meinung:
Antonia Michaelis hat wiedermal eine absolut berührende und beeindruckende Geschichte zu Papier gebracht. Von Anfang an ist man in Lions Leben in seinen Gefühlen und Gedanken gefangen und teilweise fällt es wirklich schwer, weiter zu lesen. Aufhören kann man aber auch nicht. Man kommt nicht ohnehin, an die vielen Kinder zu denken, deren Verletzungen einem „Treppensturz“,  „Sportunfall“ oder ähnlichem, geschuldet sind. Und das sind (verdammt noch mal) viele.
Einem Thema, wie häusliche Gewalt, auf diese Weise zu begegnen, mutet bisweilen vielleicht erstmal seltsam, oder ein bisschen befremdlich an, ist jedoch auch unglaublich verinnerlichend und wirkungsvoll. Im Grunde müsste dieses Buch prophylaktische Pflichtlektüre für alle Eltern werden, damit sie sich rechtzeitig vor den schwarzen Königen und Königinnen schützen und verschließen können.
Viel mehr kann ich zu „Die Worten der weißen Königin“ gar nicht sagen. Ich bin ziemlich Sprachlos, denn die Worte, die dieses Buch verdient hätte, muss ich erst noch suchen gehen. 
Mein Respekt gilt Frau Michaelis, die den Mut bewiesen hat, auch solche Themen, äußerst gefühlvoll und dennoch in aller Härte, zu behandeln. 
Fazit:
Ein Buch für „Kinder“, Jugendliche, Eltern und alle die, die in irgendeiner Form mit Kindern zu tun haben - also für alle.
Ein Buch das warnt, tröstet, Mut macht, an die eigene Willenskraft appelliert und stärkt. 



Bewertung



Kommentare:

  1. Oh das kenne ich noch garnicht! Muss dringend nachgeholt werden!
    Den Märchenerzähler fand ich auch super...
    LG Katrin

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  2. Das Buch steht auch schon länger auf meiner WL... :( Mensch, da kann sich mein Geldbeutel auf etwas gefasst machen. ;D

    LG
    Amarylie

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  3. Den Märchenerzähler kann das Buch leider nicht toppen, aber es ist dennoch wunderschön :-)

    Liebe Grüße
    MacBaylie

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