Donnerstag, 26. Januar 2012

Der Trakt / Das Wesen




Hallo liebe Leser,
nachdem nun auch der neue Roman von Arno Strobel "Das Skript" erschienen ist, gibt es von mir zunächst die "Alt-Rezensionen" zu "Der Trakt" und "Das Wesen"




Der Trakt



  • Taschenbuch: 359 Seiten
  • Verlag: Fischer; Auflage: 6 (1. April 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3596186310
  • Preis: 8,95 €



  • Kurzbeschreibung:
    »Und wer bist du wirklich?«
    Der Weg durch den nächtlichen Park, der Überfall – all das weiß sie noch, als sie aus dem Koma erwacht. Ihre Erinnerung ist völlig klar: Sie heißt Sibylle Aurich, ist 34 Jahre alt, lebt mit Mann und Kind in Regensburg. Sie scheint fast unversehrt. Und doch beginnt mit ihrem Erwachen eine alptraumhafte Suche nach sich selbst. Zwar hat Sibylle ihr Gedächtnis behalten, die Welt aber hat offenbar die Erinnerung an Sibylle verloren: Ihr Mann kennt sie nicht, von ihrem eigenen Hochzeitsfoto starrt ihr das Gesicht einer Fremden entgegen, und niemand hat je von ihrem Sohn Lukas gehört! Wurde er entführt? Hat er nie existiert? Und wem kann sie überhaupt noch trauen?
    Meine Meinung:
    Wer ist Sybille Aurich?
    Leider muss ich zugeben, dass diese Dame für mich mit fortschreitender Story immer gesichtsloser wurde. 
    Der Anfang, den ich bereits anhand der Leseprobe kannte, versprach eine geheimnisvolle, spannende Geschichte. Eine ganze Weile wurde diese Spannung auch beibehalten. Der Schreibstil, den ich als angenehm und gefällig empfand, hat mich Stück für Stück weiter in die Geschichte gezogen, bis irgendwann eine Art Cut entstand. 
    Die Perspektivenwechsel häuften sich und waren zum Teil einfach zu kurz, als dass ich genügend Zeit gehabt hätte mich gebührend in die jeweilige Person einzufinden. Dieses Hin und Her war für mich leider ein kleiner Gefühlskiller. 
    Während ich zu Anfang noch Mitleid mit Sybille empfinden konnte, waren mir ihre Gefühle gegen Ende der Geschichte schon fast egal. Das mag daran gelegen haben, dass Hans sich emotional immer weiter bei mir in den Vordergrund gedrückt hat, was meiner Meinung aber auch nur gelingen konnte, weil Sybille immer blasser und teils sogar richtig nervig wurde. Ihre Verzweiflung, die Unsicherheit, ihre Ausraster und naiven Erklärungsversuche für das, was ihr widerfahren ist, haben sich einfach zu oft wiederholt, ohne, dass sie daraus einen Nutzen gezogen hätte.
    Rosie hat mir ganz gut gefallen. Bei ihr hätte ich mir lediglich ein paar zusätzliche Informationen gewünscht, um ihre Reaktionen am Schluss realistischer wirken zu lassen.
    Fazit:
    Nichtsdestotrotz habe ich das Buch sehr gerne gelesen, und als Geld oder Zeitverschwendung würde ich es keinesfalls bezeichnen. Eher als nette Unterhaltung mit kleinen Schwächen.


    Wertung






Das Wesen


  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1 (11. November 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3596186327
  • Preis: 8,95 €





Kurzbeschreibung:
Ein kleines Mädchen stirbt, und der Hauptverdächtige wandert in den Knast – unschuldig? 15 Jahre später: Wieder verschwindet ein Kind, und der Albtraum beginnt von vorn – für die Ermittler und den Täter von damals.
Ein verurteilter Psychiater und ein besessener Kommissar – ein erbittertes Psychoduell um Schuld und Rache

Meine Meinung:"
Das Wesen“ ist nach „Der Trakt“ der zweite Roman, den ich von Arno Strobel gelesen habe und ich muss sagen, „Das Wesen“ gefällt mir besser. Obwohl „Der Trakt“ jetzt nicht schlecht war, so hatte ich doch den Eindruck, dass im Nachfolgeroman der ein oder andere Fehler bereits im Vorfeld ausgemerzt wurde. Ich bin mir aber sicher, dass Herr Strobel sich noch weiter steigern kann und ich demnächst dann auch endlich die fünf Sterne vergeben kann :-)
Die Geschichte beginnt in zwei Zeitebenen, was mir sehr gut gefallen hat, denn so konnte man gleich von Anfang an in die Story eintauchen und kräftig mit ermitteln. Etwas schade finde ich, dass man die Entwicklung von Seifert und Menkhoff nicht wirklich rauslesen konnte. 15 Jahre sollten doch etwas deutlicher zu spüren sein. 
Die Story an sich ist sehr spannend und weitgehend auch realistisch, nachvollziehbar. Der Schreibstil passt und ist den Personen angemessen nicht zu blumig oder sonst irgendwie ausschweifend. Vieles beschränkt sich wirklich auf das Wesentliche, was ich persönlich gerne mag. Auch die kurzen Kapitel treiben den Leser immer weiter voran und halten die Spannung auf einem hohen Level. Es fällt schwer, das Buch zur Seite zu legen. 
Ein kleiner persönlicher Wermutstropfen ist  für mich meistens der Schluss - hier leider auch wieder. Ohne das Ende zu verraten, was mir von der Idee her gut gefallen hat, geht es mir um die Art und Weise, wie es dazu kommt. Ich mag es nicht, wenn der/die Täter/in am Schluss alles auflöst, um den Kriminalisten noch mal schnell eins reinzuwürgen. Das gibt es meiner Meinung nach viel zu oft, auch wenn es im Grunde sehr menschlich ist, aber ich würde mir öfters mal eine andere Lösung wünschen.
Fazit:
Für Krimi- und Thrillerfans ein durchweg lesenswertes und empfehlenswertes  Buch.

Wertung





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