Freitag, 27. Januar 2012

Der Märchenerzähler - Antonia Michaelis



Hallo liebe Leser,
Wenn ich richtig informiert bin, gibt es bislang dieses Jahr kein neues Buch von Antonia Michaelis und deshalb unterbreche ich heute mal meine Serie: -Alt-Rezension, weil neues Buch im Anmarsch- :-)
Heute stelle ich euch mein "Lieblingsbuch" vom letzten Jahr vor. Das Buch, was mich am meisten berührt hat und mir am längsten im Kopf rumgespukt ist.



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 Der Märchenerzähler - Antonia Michaelis


448 Seiten · gebunden
Empfohlen ab 14 Jahre
ISBN-13: 978-3-7891-4289-5
Erschienen im Februar 2011
Preis: 16,95 €
Oetinger-Verlag







Kurzbeschreibung:
Abel Tannatek ist ein Außenseiter, ein Schulschwänzer und Drogendealer. Wider besseres Wissen verliebt Anna sich rettungslos in ihn. Denn es gibt noch einen anderen Abel: den sanften, traurigen Jungen, der für seine Schwester sorgt und der ein Märchen erzählt, das Anna tief berührt. Doch die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Was, wenn das Märchen gar kein Märchen ist, sondern grausame Wirklichkeit? Was, wenn Annas schlimmste Befürchtungen wahr werden? 


Meine Meinung:
Poetische Leichtigkeit - schmerzhaft schön!
Mir ist absolut schleierhaft, wie ich dieses Buch rezensieren soll - wo ich die Worte finden kann, die halbwegs passend wären.
Mir scheint aber, mit dieser Suche stehe ich nicht alleine da, denn beim Klappentext fehlten auch jemandem die richtigen Worte, um deutlich zu machen, mit welcher Art von Buch man es hier zu tun hat.
Zum Inhalt möchte ich gar nicht groß was sagen, denn man muss einfach selber in diese „märchenhafte“ Inselwelt eintauchen, den harten Landwind spüren und dem Sog des überschäumenden Meeres standhalten.
So ähnlich könnte ich die Märchenwelt beschreiben, die Abel seiner kleinen Schwester Micha stückchenweise erzählt. Die Realität lauert jedoch hinter jeder Ecke und man spürt sie bedrohlich im Nacken.
Sozialkritische Themen werden dem Leser in wunderschönen, poetischen Erzählungen nahegebracht ohne jedoch verharmlost zu werden. Ganz im Gegenteil. Gerade die schönen Worte ebnen den Weg, auch die unschönen Dinge deutlicher wahrnehmen zu können und zu müssen. So ein bisschen wie der Wolf im Schafspelz schleicht sich die Geschichte unter die Haut. Jeder Satz, jede Szene und jedes Kapitel hinterlässt Puzzleteile, die sich Stück für Stück zu einem Ganzen zusammen setzen und eine Menge Stoff zum Nachdenken freisetzen ... und für ein paar Tränen.
Irgendwie bin ich auch immer noch total überwältigt, warum gerade mir dieses Buch so gut gefallen hat, denn hier häuft sich eine Vielzahl an Dingen, die ich eigentlich gar nicht leiden kann. Da wären zum Beispiel Wiederholungen. Der Märchenerzähler strotzt geradezu vor Wiederholungen; und ich liebte sie - ja, manchmal hab ich sie mir sogar herbeigewünscht. Auch die poetische Sprache über eine ganze Buchlänge ist normalerweise nicht meins - hier hätte ich noch zig Seiten mehr lesen können. 
Relativ früh wusste oder ahnte ich zumindest, was „eigentlich“ erzählt werden soll. Das war alles vollkommen egal, denn es passte einfach alles so gut zusammen, dass die Sachen, die mich normalerweise stören absolut nebensächlich wurden - einfach weggezaubert.


Fazit:
Eine tiefgründige Geschichte, bittersüß und „märchenhaft“ real! 


Bewertung




Kommentare:

  1. Ich habe das Buch vor über einem Jahr gelesen und denke trotzdem noch jeden Tag an Abel Tannatek.
    Unglaubliche Geschichte und schöne Rezension! :)

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