Montag, 16. Januar 2012

Das Mädchen mit den gläsernen Füßen - Ali Shaw




Das Mädchen mit den gläsernen Füßen - Ali Shaw





Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Script5 (9. Januar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3839001315
  • ISBN-13: 978-3839001318


Rückentext:
Die Begegnung mit ihm war wie eine Kollision gewesen und sie hatte gewusst, dass sie sie ihr Leben lang genau danach gesucht hatte: mit solcher Wucht mit einem anderen Menschen zusammenzuprallen, dass sie für einen Moment mit ihm verschmolz.
Eine karge, zauberhafte Inselgruppe voller wundersamer Bewohner - hierher kommt Ida zurück, um Antworten zu finden. Denn eine mysteriöse Veränderung geht mit ihr vor: Sie verwandelt sich zu Glas. Doch was Ida stattdessen findet, hier auf St. Hauda‘s Land, ist die große Liebe.
Zum weiteren Inhalt und Verlauf möchte ich allerdings nichts verraten. Das muss einfach jeder selber lesen. 
Meine Meinung:
Beginnen möchte ich mit der Aufmachung des Buches. Das Cover sowie die Farbauswahl und der silberne Buchschnitt sind nicht nur absolut passend für diese Geschichte, sondern auch noch wunderschön anzuschauen. Ein wahrer Blickfang in jedem Bücherregal.

Die Geschichte selber ist atemberaubend. Melancholisch, emotional, romantisch, traurig, märchenhaft ... einfach einzigartig. 
Diejenigen, die actiongeladene  Fantasy erwarten, sollten lieber die Finger von diesem Buch lassen. Hier geht es mehr um die leisen, hintergründigen Töne. Und das, par Excellence.
Der schüchtern wirkende Midas ist exzellent gezeichnet. Seine Gefühle, seine Zurückhaltung, seine Ambitionen ... und die Liebe zur Fotografie sind wunderbar ausgearbeitet und machen ihn für den Leser authentisch und sympathisch.
Sätzen wie: 
‚Die Küchenwände waren von einem dichten Buschwerk aus Schwarz-Weiß-Fotos bedeckt. ... Ein weiteres Foto von seiner Mutter hing neben dem einzigen Bild seines Vaters. Einmal hatte Midas versucht, sie am Computer zusammenzufügen und es so aussehen zu lassen, als wären sie glücklich. Es war ihm nicht gelungen.‘
unterstreichen Midas Inneres gekonnt.
Auch die bezaubernde Ida ist ein toller Charakter. Ihre draufgängerische, direkte und eher selbstbewusste Art ist jedoch nicht weniger zerbrechlich.
Ebenfalls bezaubernd ist die kleine Denver, die Tochter von Midas‘ Freund Gustav. Eine ihrer Aussagen ist mir besonders im Gedächtnis geblieben:
„Midas ist aber nicht wie der Rest seiner Familie. Er ist, als ... als hätte Gott noch mal von vorne angefangen.“
Ich persönlich danke dem Autor dafür, dass er mir Freiheiten für meine eigenen Gedanken und Interpretationen gelassen hat und nicht alles explizit erklärt oder aufgeklärt hat. Bei vielen Geschichten funktioniert eine solche Vorgehensweise absolut nicht, aber hier durfte es gar nicht anders sein.

Fazit:
Eine faszinierende, fantasiebeflügelnde Geschichte. Tiefgründig, märchenhaft und doch real, fantastisch, emotionsgeladen, und wunderbar erzählt.









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