Donnerstag, 17. Dezember 2015

Fremd - Ursula Poznanski/Arno Strobel


Broschiert: 400 Seiten
Verlag: Wunderlich (30. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3805250843
ISBN-13: 978-3805250849
Preis: 16,99€

Klappentext:
Vertrau oder stirb

Stell dir vor, du bist allein zu Haus. Plötzlich steht ein Mann vor dir. Er behauptet, dein Lebensgefährte zu sein. Aber du hast keine Ahnung, wer er ist. Und nichts in deinem Zuhause deutet darauf hin, dass jemand bei dir wohnt. Er redet auf dich ein, dass du doch bitte zur Vernunft kommen sollst. Du hast Angst. Und du verspürst diesen unwiderstehlichen Drang, dich zu wehren. Ein Messer zu nehmen. Bist du verrückt geworden?

Stell dir vor, du kommst nach Hause, und deine Frau erkennt dich nicht. Sie hält dich für einen Einbrecher. Schlimmer noch, für einen Vergewaltiger. Dabei willst du sie doch nur beschützen. Aber sie wehrt sich, sie verbarrikadiert sich. Behauptet, dich niemals zuvor gesehen zu haben. Sie hält dich offensichtlich für verrückt. Bist du es womöglich?

Eine Frau. Ein Mann. Je mehr sie die Situation zu verstehen versuchen, desto verwirrender wird sie. Bald müssen sie erkennen, dass sie in Gefahr sind. In tödlicher Gefahr. Und es gibt nur eine Rettung: Sie müssen einander vertrauen…


Meine Meinung:
Eigentlich mag ich diese Klappentexte, die mit „Stell dir vor, …“ beginnen nicht. Aber nun gut, das scheint zur Zeit wohl „in“ zu sein. Vergeht wahrscheinlich auch wieder. Aber zwei meiner Lieblingsautoren in einem Buch konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. 

Nach den ersten paar Kapiteln dachte ich - hoffentlich geht das so jetzt nicht das ganze Buch lang durch. Die Kapitel sind immer im Wechsel Joanne/Erik im Präsens geschrieben und gleichen sich beinahe bis aufs Haar, nur eben aus verschiedenen Sichten. Okay, irgendwie hat das auch was - man erlebt jeweils das Gleiche, jedoch die unterschiedlichen Empfindungen dazu. Aber es nervte mich halt doch ein bisschen. Nach kurzer Zeit ändert sich das aber und die Handlung schreitet mit jedem Kapitel ein wenig voran und als Leser erfährt man dennoch, was beide denken und fühlen.

Ich kenne beide Autoren, und meinem Eindruck nach, überwiegt hier die Handschrift von Ursula Poznanski ein wenig. (Auch in Eriks Kapiteln, die, wenn ich richtig informiert bin, von Arno Strobel geschrieben wurden)

Die Geschichte an sich finde ich sehr spannend, auch wenn ich relativ früh eine Ahnung hatte, was da geschieht. Die Gründe, warum es geschieht, waren allerdings bis zum Schluss ein gut gehütetes Geheimnis. Vielleicht ein bisschen zu gut gehütet, denn wenn ich nicht etwas Entscheidendes überlesen habe, hat man als Leser keine Chance von selber auf die komplette Auflösung zu kommen. Bei einigen Dingen, die ich hier natürlich nicht verraten möchte, hatte ich auch das Gefühl, das hätte jetzt nicht so krass ausfallen müssen, oder dieses wirkte etwas überzogen oder schnell noch eingeschoben.
Vielleicht bin ich zur Zeit auch etwas zu kritisch, was bestimmte Themen angeht, die zwar angerissen, jedoch nicht weiter vertieft werden. 
Nicht desto Trotz habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Es lässt sich flüssig lesen und an Spannung mangelt es auch nicht.

Fazit:
Ein spannender Roman mit kleinen Schwächen, die aber durchaus zu verschmerzen sind.


Bewertung





Montag, 26. Oktober 2015

Finstermoos Band 4 - Bedenke das Ende - Janet Clark



Broschiert: 224 Seiten
Verlag: Loewe (21. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785577516
ISBN-13: 978-3785577516
Empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Preis: 9,95 €


Letzter Teil einer vierbändigen Reihe



Meine Meinung:
Ich finde es immer sehr schwierig Rezensionen über Bücher zu schreiben, die aus mehreren Bänden bestehen. Mache ich auch nicht besonders gerne, denn man läuft immer Gefahr dem ein oder anderen interessierten Leser zu viel zu verraten. Andererseits möchte man aber auch mitteilen, wie einem die komplette Geschichte letztendlich gefallen hat.

Die Geschichte um Finstermoos und die Geheimnisse seiner Einwohner besteht aus vier Büchern mit jeweils 224 bzw. 208 Seiten.
Meine erste Empfehlung hierzu: Erst anfangen zu lesen, wenn man alle Bücher beisammen hat.

Ich habe die Bücher immer zeitnah am Erscheinungstermin gelesen. Glücklicherweise lagen immer nur ca 3 Monate dazwischen, nicht wie sonst üblich 6 - 12 Monate. Dennoch hat man in dieser Zeit viele kleine Details vergessen und es kam auch vor, dass ich einige Namen durcheinander gebracht habe, was mich schon ein bisschen geärgert hat. Zwar beginnt jedes Buch mit einer kurzen, aber guten Zusammenfassung, jedoch fehlen auch dort natürlich diese wichtigen, aufschlussreichen Kleinigkeiten.

Die Geschichte an sich ist wirklich gut gelungen. Spannend vom Anfang bis zum Ende. Janet Clark schreibt wie gewohnt, flüssig und spannungsgeladen und mit jedem Kapitel verführt sie die Leser zu unendlich vielen Spekulationen. Ich muss gestehen, ich habe meine Verdächtigen nicht nur einmal gewechselt.  Der Aufbau der Geschichte ist recht komplex und gut durchdacht. Da wird nichts dem Zufall überlassen. Aber gerade diese Komplexität und die Vielzahl an Personen, die involviert sind, macht es meiner Ansicht nach erforderlich, die Geschichte ohne große Unterbrechungen zu lesen. 

Zum Geschehen selber möchte ich an dieser Stelle gar nichts schreiben (mir sind ehrlich gesagt die Klappentexte schon zu ausführlich), da sollte sich jeder selber auf die Lesereise nach Finstemoos begeben. 
Unter anderem macht die Geschichte aber deutlich, dass manchmal eine falsche Entscheidung ausreichen kann, um ein ganzes Dorf ins Unglück zu stürzen.

Fazit:
Wer Spannung liebt, sich bisweilen ein wenig gruseln mag, ist mit der vierbändigen Finstermoosreihe bestens bedient.


Bewertung






Montag, 13. Juli 2015

Lokesmond - Rebekka Pax

Hallo ihr Lieben,

sorry, dass ihr so lange nichts mehr von mir gehört habt, aber Sommerzeit bedeutet für mich immer viel Arbeit. Außerdem befinden wir uns zudem gerade mitten im Umzug - also noch mehr Arbeit. Diese ganze Schlepperei schlaucht ganz ordentlich, aber die neue Bleibe nimmt schon Formen an, die mich für die Plackerei entschädigen - es wird richtig schön, wenn alles fertig ist. 
Also nicht wundern, wenn es die nächste Zeit etwas ruhiger auf dem Blog sein wird. 
Ich komme wieder - keine Frage :-)

Heute habe ich einen spannenden Krimi für euch.

"Lokes Mond" von Rebekka Pax


Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Egmont LYX; Auflage: 1 (7. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802597168
ISBN-13: 978-3802597169
Preis: 14,99 €

Kurzbeschreibung (Verlag):
Grausam verstümmelte Pferdekörper, die Köpfe fehlen – so finden Cornelia Arents und ihre Kollegen von der Kriminalpolizei Bochum den Tatort vor. Bald darauf werden die Tierköpfe vor dem Haus eines Professors gefunden, aufgespießt auf Stangen, in die Runen geritzt sind. Cornelias Ermittlungen führen sie an die Ruhr-Universität Bochum, wo sie von einer geheimen Studentenverbindung erfährt, die sich mit germanischen Bräuchen beschäftigt. Als eines der Mitglieder ermordet aufgefunden wird, rückt die Bruderschaft ins Zentrum der Ermittlungen.

Meine Meinung:
Unter dem Titel „Lokes Mond“ hätte ich mir ehrlich gesagt keinen Krimi vorgestellt, zumal Rebekka Pax ansonsten eher Historisches oder Fantasy schreibt. Umso erfreuter war ich, als ich hörte, sie hat wirklich einen Krimi geschrieben - und es soll eine dreiteilige Reihe werden. Auch das gefällt mir sehr gut. Bei längeren Serien verliert man irgendwann die Lust weiter zu lesen.

Cornelia Arents ist eine sympathische Ermittlern. Sie wirkt echt und nicht künstlich aufgepeppt, sodass man sie als Leser gerne begleitet, mit ihr mitfiebert, miträtselt und sich mir ihr in die Ermittlungen stürzt. 
Natürlich hat auch Cornelia Arents ein Privatleben und mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Trennung von ihrem langjährigen Freund, der auch noch ihr Arbeitskollege ist, bringt immer wieder etwas Feuriges in die Geschichte. Da ist Ärger quasi vorprogrammiert. Aber auch sonst erlebt man immer wieder Überraschungen und Wendungen, mit denen man nicht gerechnet hätte.
Rebekka Pax ist nicht gerade zimperlich mit ihren Figuren, da muss der ein oder andere schon mal ordentlich Haare lassen.

Enthauptete Pferde, deren Häupter später im Garten eines Professors auftauchen. Eine Studentenvereinigung, geheimnisvoll und verschwiegen und dann auch noch ein verschwundenes Kind. Eine wirklich brisante Mischung, die mich echt in Atem gehalten hat. 
Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen und habe mich manchmal ein bisschen geärgert, dass ich immer wieder ausgebremst wurde. Dieses Buch sollte man wirklich am Stück lesen. Spannend, teils ziemlich grausam und  fesselnd.

Mit „Lokes Mond“ hat Rebekka Pax ein super Krimidebut abgeliefert das Lust auf mehr macht.

Fazit:
Eine sehr spannende Geschichte, die gut unterhält und zum Miträtseln animiert. Wenn man das Buch beendet hat, möchte man unbedingt wissen, wie es mit Cornelia Arents weiter geht.



Bewertung



Samstag, 30. Mai 2015

Wir wollten nichts, Wir wollten alles - Sanne Munk Jensen & Glenn Ringtved



Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Oetinger (20. Januar 2015)
Übersetzer: Ulrich Sonnenberg
Illustrator: Cornelia Niere
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3789139203
ISBN-13: 978-3789139208
Empfohlenes Alter: 16 - 17 Jahre
Preis: 16,99 €

Kurzbeschreibung (Verlag):
Lässt nicht los: Liebe, die absoluter nicht sein kann. Zwei Leichen werden aus dem Limfjord gezogen: Liam und Louise. Ihre Hände sind mit Handschellen aneinandergekettet. Alle Indizien weisen auf Selbstmord hin. Louises Eltern zerbrechen fast am Tod ihrer Tochter, doch ihr Vater klammert sich daran, die Wahrheit herauszufinden. Als er Louises Tagebuch findet, eröffnet sich ihm das Leben, das seine Tochter und Liam in den vergangenen Monaten geführt haben.

Meine Meinung:
Wieder ein Buch, bei dem man am Anfang schon das Ende kennt. 
Louise und Liam sind tot. Sie werden aneinandergekettet aus dem Fluss gezogen.
Wer jetzt denkt, hm, wie blöd, jetzt weiß ich ja schon wie es ausgeht - was soll denn da noch kommen? - wird sich wundern, wie viel in einer Geschichte passieren kann, obwohl man den Schluss schon kennt.
Nichtsdestotrotz würde ich bei keinem anderen Buch den letzten Satz zuerst lesen, denn Storys die mit dem Schluss beginnen müssen auch darauf ausgelegt sein, ansonsten würde das wahrscheinlich nicht funktionieren.

Das Thema ist wahrlich kein einfaches und für zart besaitete Leser sicherlich nicht unbedingt empfehlenswert. 
Was treibt junge Menschen - oder generell Menschen - zu einem solch drastischen Schritt? Wie verzweifelt oder hilflos muss man sein, um sich das Leben zu nehmen.

Bei dem Satz aus der Kurzbeschreibung: „Liebe, die absoluter nicht sein kann.“ könnte man annehmen, es handle sich um eine romanisch verklärte Liebesgeschichte ala Romeo und Julia, aber so ist es ganz und gar nicht. Hier sind es nicht die Familien, die den beiden Steine in den Weg legen, sondern sie selbst. Eine falsche Entscheidung reiht sich an die nächste, bis es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt. 
Auch mit absoluter Liebe hat das, was Liam und Louise hier betreiben, meiner Ansicht nach, nicht wirklich viel zu tun. Zu Anfang mögen sie wirklich noch ein Herz und eine Seele gewesen sein, aber sobald die ersten Probleme auftauchen kristallisiert sich doch eher Hörigkeit, Besessenheit und Hilflosigkeit heraus, aber das können beide nicht erkennen - für sie ist es die absolute Liebe.

Die Erzählweise hat mir sehr gut gefallen. Louise berichtet quasi aus dem Jenseits. Sie beobachtet und begleitet die Hinterbliebenen und äußert in ihrer Erzählung  Wünsche und Tipps, wie diese den Verlust vielleicht ein bisschen besser ertragen könnten, auch wenn sie Louise natürlich nicht hören können. Sie hinterfragt aber auch ihr eigenes Verhalten, wenn sie von der Zeit berichtet, als sie und Liam noch lebten. Aber leider zu spät.
Es fallen auch reichlich Schimpfworte und einiges bewegt sich hart an der Grenze, um noch als jugendfrei durchzugehen. Aus diesem Grund würde ich bei dieser Geschichte unbedingt die Altersempfehlung von nicht unter 16 Jahre beachten.
Ein bisschen habe ich mich über den allerletzten Absatz geärgert, denn der verklärt den Suizid und nimmt der Abschreckung, die dieses Buch eigentlich bewirken sollte, den Wind aus den Segeln.

Fazit:
Eine beklemmende Geschichte, die unter die Haut geht und mit der man sich Gedanklich, auf jeden Fall über die Lesedauer hinaus beschäftigen wird.
Eine Geschichte, die zeigt, wie schnell falsche Entscheidungen zu einem absoluten Desaster ausarten können, wenn man sich nicht rechtzeitig um Hilfe bemüht.

Bewertung

Montag, 18. Mai 2015

Deal mit Dorian - Nora Melling




Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1390 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 330 Seiten
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B00STMD2FQ
Preis: 3,99€

Taschenbuch: 330 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (28. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1508404003
ISBN-13: 978-1508404002
Preis: 9,99€


Kurzbeschreibung (Autorin):
Tausend Euro bietet Dorian seiner Mitschülerin Cara dafür, dass sie ein Wochenende lang so tut, als sei sie seine Freundin. Doch warum fragt er ausgerechnet sie? Dorian ist nicht nur arrogant, sondern beliebt und sieht besser aus, als ihm guttut. Er könnte jede haben, umsonst. Als Cara, halb aus Neugier, halb aus Trotz, sein Angebot trotzdem annimmt, ahnt sie noch nicht, dass das geplante Wochenende auf dem Landgut seiner Großeltern stattfinden wird. Jedes Jahr feiert Dorian dort mit einem rauschenden Fest das Ende der Sommerferien. 
Im letzten Jahr ist auf dem Fest ein Mädchen zu Tode gekommen. Ein Unfall, heißt es. War es einer? Doch das ist nicht die einzige Frage, die Cara beschäftigt. Denn da ist noch der geheimnisvolle Ramon, der an Cara mehr als nur Interesse zeigt. Und dann natürlich Dorian selbst. Denn er hat ein Geheimnis, das Cara erst schockiert und ihr dann einen ganz anderen, unerwarteten Dorian zeigt. Einen Dorian, der sie nicht mehr loslässt.

Meine Meinung:
Das erste Buch, das ich von Nora Melling gelesen habe war „Schattenblüte“ und Schattenblüte war ein absoluter Coverkauf. Das Cover gefiel mir so gut, dass ich das Buch gekauft habe, obwohl ich nichtmal den Klappentext gelesen hatte. Und ich habe es nicht bereut.
Das Cover von „Deal mit Dorian“ hätte mich allerdings nicht gereizt, und wenn ich die Autorin nicht schon gekannt hätte, hätte ich das Buch in einer Buchhandlung wohl nicht weiter beachtet.
Wer das Cover sieht wird wahrscheinlich, wie ich auch, eine gleißende Liebesgeschichte erwarten, aber das ist die Geschichte, die Nora Mellling hier erzählt ganz und gar nicht. 
Ich weiß gar nicht genau, wie ich das Gelesene beschreiben soll ohne zu viel zu verraten. 
Die Geschichte lässt sich sehr leicht lesen und wenn man einmal begonnen hat, möchte man auch nicht mehr aufhören, weil es wirklich sehr spannend ist. Es passiert einfach so viel und während man kleine Antwortbröckchen auf die ein oder andere Frage zugespielt bekommt, wachsen an anderer Stelle unvorhersehbare Abgründe. Ohne ins Detail zu gehen - hier werden wahrlich Dinge angesprochen, die für heftigen Diskussionsstoff sorgen, und genau das ist es doch, was ein gutes Buch ausmacht. Gerade auch ein Jugendbuch.
Das Leben ist nun mal nicht immer einfach, und gerecht ist es schon gar nicht. Das wissen auch Jugendliche. Ich finde es wichtig, dass auch unangenehme Themen wie z.B. Gewalt (wobei ich es unerheblich finde, ob diese nun gegen Frauen/Mädchen oder gegen Männer/Jungens gerichtet ist) in Jugendbüchern angesprochen werden, denn dem was man kennt (wenn auch nur aus Büchern), kann man auch im realen Leben entschlossener und etwas gewappneter entgegentreten, als wenn man davon überrascht wird.
Trotz aller Misstaten, denen wir in Caras und Dorians Geschichte begegnen, kristallisiert sich auch eine Botschaft heraus. Ein Fehler kann schneller, als man denkt zu einem Strudel heranwachsen, der einen zu verschlingen droht, aber es ist nie zu spät auszusteigen, für seine Fehler die Verantwortung zu übernehmen und von vorne anzufangen. 

„Deal mit Dorian“ wird aus Caras Sicht erzählt, wobei mir Cara hier etwas zu undurchsichtig erschienen ist. Man erfährt im Grunde nicht wirklich viel über sie, was ich ein bisschen schade finde, was auch zu eventuell „falschen“ Interpretationsmöglichkeiten führen kann. 
So im Nachhinein könnte ich mir vorstellen, dass die Geschichte aus Dorians Sicht  geschrieben, vielleicht noch ein bisschen mehr hergegeben hätte. Aber alles in allem hat mir das Buch dennoch sehr gut gefallen.
Ein paar Sätze mehr über Cara, ein paar Schachtelsätze weniger, dann wäre es perfekt. 
Ich persönlich hätte mir auch den ein oder anderen „prägnanten“ Satz gewünscht - so einen, der einem ins Gedächtnis springt und dort hängen bleibt.

Fazit:
„Deal mit Dorian“ ist eine spannende Geschichte, die man ungern aus der Hand legt, wenn man einmal begonnen hat. 
Eine Geschichte, die zeigt, dass es oft besser ist sich rechtzeitig jemandem Anzuvertrauen, bevor es zu immer fataleren Fehlentscheidungen kommt, die einen Ausstieg unmöglich erscheinen lassen.

Bewertung

Montag, 11. Mai 2015

Beim nächsten Mann links abbiegen - Caro Martini



Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423215887
ISBN-13: 978-3423215886
Preis: 8,95€

Kurzbeschreibung (Verlag):
Lucie Stein ist fleißig, hübsch und liebenswert; im Leben, in der Liebe und vor allem beim Autofahren allerdings etwas orientierungslos. Als sie auf dem Flohmarkt ein gebrauchtes Navi ersteht, begrüßt es sie gleich beim ersten Einsatz mit den Worten: »Hallo, Lucie, wo soll es denn hingehen?« Und führt sie dann freundlich, aber bestimmt, überallhin – nur nicht an das angegebene Ziel. In Lucies Leben geht es ab sofort drunter und drüber. Das geheimnisvolle Gerät mit der angenehmen George-Clooney-Stimme scheint jedoch ganz genau zu wissen, wo das Glück zu finden ist. Denn eines Tages heißt es tatsächlich: »Lucie, du hast dein Ziel erreicht!«

Meine Meinung:
Normalerweise greife ich sehr selten zu dieser Art Roman. Meistens ähneln sie sich bereits nach den ersten 30 Seiten, sind auf künstlich witzig getrimmt, oder bestehen einfach nur aus teils peinlich belanglosem Trallala. Umso mehr war ich bei diesem entzückenden Werk äußerst angenehm überrascht. Vielleicht fehlt den meisten „Frauenromanen“ ja einfach nur dieser kleine Hauch von märchenhafter Fantasy, den Caro Martini hier eingebaut hat? 
Wer weiß, welches Navi mich zu dieser Geschichte geführt hat.

Lucie ist Ende zwanzig und Sekretärin bei Professor Engelbrecht, dem definitiv attraktivsten und mit seinen 40 Jahren auch jüngsten Professor für altenglische Literatur weit und breit. Seit 6 Jahren arbeitet sie nun schon für ihn, macht unbezahlte Überstunden, hält ihm unerwünschte Besucher vom Leib, versucht ihn mit Literatur, die sie eigentlich gar nicht mag, zu beeindrucken. Als er sie eines Tages endlich zum Kaffee einlädt, glaubt sie es geschafft zu haben. Wenn da nicht … (das müsst ihr unbedingt selber lesen)

Die Geschichte um Lucie ist einfach zuckersüß, ohne dabei übermäßig kitschig oder unnatürlich zu wirken. Caro Martini schafft es irgendwie den Leser in Lucies Person hineinzuversetzen und selbst dieses fantastische Navi als selbstverständlich funktionierendes Zubehör einzubauen.
Wer hat sich nicht schon einmal in eine Sackgasse manövriert und wäre froh über ein Navi zu verfügen, das einen auf wundersame Weise wieder dort hinausführt? Im Grunde reicht manchmal ja schon ein kleiner Schubs in die richtige, oder zumindest in eine andere Richtung.
Auch wenn vieles vorhersehbar ist, macht es unendlich viel Spaß Lucie auf ihren Fahrten an für sie unbekannte Ziele zu begleiten. Und wer nicht unbedingt auf die Stimme von George Clooney steht, darf sich auch gerne jedwede andere Stimme vorstellen. ;-)

Fazit:
Eine Geschichte, die gute Laune verbreitet. Eine wunderbare Idee perfekt umgesetzt. Witzig und charmant. Meine Empfehlung für ein angenehm entspanntes Wochenende.


Bewertung



Dienstag, 5. Mai 2015

Zwischen uns die Flut - Eva Moraal



Broschiert: 400 Seiten
Verlag: Oetinger Taschenbuch; Auflage: 1 (1. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3841503519
ISBN-13: 978-3841503510
Empfohlenes Alter: ab 16 Jahre
Preis: 14,99€


Kurzbeschreibung (Verlag):
Zwei Familien, zwei Schicksale. Dazwischen eine Liebe, die nicht sein darf. Als Nina und Max sich ineinander verlieben, steht ein großes Geheimnis zwischen ihnen. Es wird ihre Wege auseinanderreißen und wieder zueinanderführen. Doch die Wahrheit kann zerstörerisch sein. Sie sät Zorn, wo Schuld gesucht wird. Und nur allzu schnell werden aus Opfern Täter. Eine atemlose Jagd nimmt mit einer Entführung ihren Anfang, und schon bald ist klar: Nichts ist, wie es scheint.

Meine Meinung:
Als ich das Cover gesehen habe, war klar, dass ich das Buch unbedingt lesen muss. Glücklicherweise kam die Gelegenheit schneller als erwartet.

Wir befinden uns in einer nicht all zu fernen Zukunft, in der es die Länder und Städte, so wie wir sie kennen, nicht mehr gibt. Die Gesellschaft ist gespalten - in Nasse und Trockene, und die Orte, die nicht überflutet sind, wurden in verschiedene Zonen aufgeteilt.
Die Schule, die Nina ursprünglich besucht hat, wurde durch eine erneute Umweltkatastrophe zerstört und ihre Schwester Isa verlor dort ihr Leben. Nach einer längeren Pause muss Nina jedoch in eine andere Schule gehen. Dort lernt sie Max kennen. Zwei unterschiedliche Welten prallen aufeinander, denn Nina ist eine Trockene und Max ist ein Nasser und die Schule ist eigentlich eine Schule der Nassen.

Ich muss zugeben, dass mich dieses ganze Nass/Trocken zu Anfang ein wenig verwirrt hat. Was hat das zu bedeuten? Warum Nasse und Trockene? Irgendwie hatte ich mir vorgestellt, dass die Nassen sich eventuell mit dem Wasser arrangiert hätten und irgendwo im oder unter dem Meer leben würden. Aber nein. Es handelt sich lediglich um eine etwas andere Bezeichnung von Arm und Reich - die Trockenen sind reich und haben das Sagen, die Nassen sind arm und dürfen, wenn es hoch kommt, für die Trockenen arbeiten. Da ist die Rebellion unweigerlich vorprogrammiert.
Dass es hierzu, und auch zu den Katastrophen der Vergangenheit, keinerlei Informationen gab, fand ich ein bisschen schade. Da hätte ich mir mehr gewünscht.

Die kurzen Abschnitte, einmal aus der Sicht von Nina, einmal aus der Sicht von Max, haben mir sehr gut gefallen. Man fliegt nur so durch die Geschichte. Zumal das Ende des einen, meistens vom anderen aufgegriffen und fortgeführt wird. So hat
 man immer einen guten Überblick der Sachlage und einen Einblick in die Gefühlswelt der Protagonisten.

Über die Story, die mir an sich sehr gut gefallen hat, möchte ich gar nicht viel mehr erzählen. Nina und Max verlieben sich „natürlich“ und die beiden haben es, wie man sich sicher denken kann, wirklich nicht leicht. Schön fand ich, dass sie nicht gleich nach dem ersten Treffen übereinander herfallen, sondern ihre Zuneigung erst langsam wächst.
Teilweise geht es aber auch recht heftig zur Sache und an Brutalität wird nicht gerade gespart. 

Eigentlich hätte die Geschichte gar nicht zwingend in der Zukunft spielen müssen, alle Bestandteile finden wir heute schon vor. Arm gegen Reich, Umweltkatastrophen, Menschen, die sich gegenseitig bekämpfen, Liebesbeziehungen, die eigentlich nicht sein sollen …

Auf der Verlagsseite ( HIER ) findet man übrigens ein Interview mit der Autorin, dem unter anderem zu entnehmen ist, dass es eine Fortsetzung geben wird.

Fazit:
Eine spannende, leicht zu lesende Geschichte um zwei Menschen, die eigentlich keine Zukunft haben. Eine Story, die zeigt, dass wenn überhaupt, Liebe und nicht Hass die Welt verändern kann.



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